Zum Hauptinhalt springen

Die Macht und der Sex

Jörg Kachelmann, Franck Ribéry, Tiger Woods: Immer mehr prominente Männer fallen durch sexuelle Eskapaden auf. Paartherapeut Klaus Heer nimmt die Angeprangerten in Schutz.

Jörg Kachelmann soll auf Sado-Maso-Spielchen mit Peitsche stehen. Mehrere Frauen geben vor, gleichzeitig mit ihm zusammengewesen zu sein.
Jörg Kachelmann soll auf Sado-Maso-Spielchen mit Peitsche stehen. Mehrere Frauen geben vor, gleichzeitig mit ihm zusammengewesen zu sein.
Keystone
Franck Ribéry soll mit Prostituierten eine wilde Orgie gefeiert haben. Eine der Call-Girls war minderjährig.
Franck Ribéry soll mit Prostituierten eine wilde Orgie gefeiert haben. Eine der Call-Girls war minderjährig.
Keystone
Der FIA-Chef Max Mosley feierte wilde Sex-Orgien.
Der FIA-Chef Max Mosley feierte wilde Sex-Orgien.
Keystone
1 / 5

Tiger trieb es wild. Mit Dutzenden Frauen soll der verheiratete Golf-Profi Affären gehabt haben. Jörg Kachelmann führte sogar mehrere Doppelleben. Franck Ribéry feierte eine Orgie mit Prostituierten. Ebenso Max Mosley.

In den letzten Wochen und Monaten häufen sich die Berichte über sexuelle Exzesse prominenter Männer, welche die glamouröse Fassade bröckeln liess. Ist das noch normal? Oder haben wir es hier mit pathologischen Sex-Maniacs?

«Promis müssen brav sein»

«Solche Eskapaden sind schmerzhaft und zerstörerisch, doch selten abnormal im Sinne von abartig», sagt Klaus Heer, Psychologe, Paartherapeut und Autor des Buches «Was ist guter Sex?». Die Gesellschaft habe aber präzise moralische Vorstellungen davon, wie eine Beziehung auszusehen hat. Abweichungen würden schnell als pathologisch oder gar kriminell eingestuft. An der medialen Berichterstattung, die darauf abziele, Staub aufzuwirbeln, dürfe man sich jedoch nicht orientieren. «Doch wenn es da keine Frauen gäbe, die ein Interesse daran hätten, die Eskapaden zu verbreiten, würden solche Fälle gar nicht an die Öffentlichkeit gelangen.» Es brauche auch nicht viel, um als Prominenter vorverurteilt zu werden. «Promis müssen brav sein, sonst werden sie schnell als Triebtäter oder Sexsüchtige abgetan.»

Ein möglicher Stolperstein

Auch die Sexologin Esther Elisabeth Schütz findet nichts Verwerfliches an den Sex-Geschichten der Stars. Doch sie weiss: «Prominent zu sein, ist eine grosse Herausforderung an eine Persönlichkeit.» Zwar haben prominente Männer dadurch, dass sie prominent sind, einen leichteren Zugang zu vielen Frauen. Das hindere sie jedoch daran, sich mit ihrem eigenen Geschlecht auseinanderzusetzen, glaubt Schütz. «Sie definieren ihre Männlichkeit über ihren Erfolg bei Frauen. Das schafft eine Abhängigkeit, die zum Stolperstein werden kann.» Denn bei den Prominenten sei das Ego oft nicht so gefestigt wie bei anderen Männern, die mehr dafür tun müssen, um bei Frauen zu landen. Die Stars fühlen sich fast nur noch bestätigt, wenn ihnen ständig junge Frauen hinterherlaufen: «Ihr Gefühl, in der Sexualität erfüllt zu sein, ist gekoppelt an das Neue.» Doch auch diese Empfindung teilen sie mit vielen anderen Männern.

Geld, Macht und Erfolg machen Männer attraktiv

Klaus Heer warnt denn auch vor der gängigen Meinung, es handle sich um Sex-Psychopathen. «Man ist nicht sexsüchtig, bloss weil man viel Sex mit vielen Frauen hat, sondern wenn man selbst unter seiner zwanghaften Hypersexualität leidet. Man kann kaum die Nummer 1 im Golf und gleichzeitig sexsüchtig sein. Sexsüchtig zu sein, ist so etwas wie eine quälende Vollbeschäftigung.» Häufig würden jedoch Frauen ihren Männern «Sexsucht» vorwerfen, als Kampfmittel oder aus Verzweiflung.

Also alles ganz normal? Gemäss der Meinung der Experten schon. «Wenn man sich nicht so verhält, wie es sich die Sittenwächter vorstellen, heisst das noch lange nicht, dass man seine Sexualität nicht im Griff hat», findet Klaus Heer. Ausserdem seien Geld, Macht und Ansehen wohl die Hauptanziehungspunkte bei prominenten Männern. Erfolgreiche oder mächtige Frauen hingegen hätten es bei Männern eher schwer.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch