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Die Polizei sucht «fieberhaft» nach Überlebenden

Nach dem Tankerunglück auf dem Rhein suchen Polizei und Feuerwehr unter Hochdruck nach den Vermissten. Wie es zum Unglück kommen konnte, ist den Behörden ein Rätsel.

Die Säure soll keine Gefahr für das Öko-System darstellen: Bergungsarbeiten am Dienstag.
Die Säure soll keine Gefahr für das Öko-System darstellen: Bergungsarbeiten am Dienstag.
Keystone
Der Flussweg ist noch immer versperrt: Die beiden Bergungsschiffe «Grizzly» (links) und «Atlas» (rechts) bei den Bergungsarbeiten am 20. Januar.
Der Flussweg ist noch immer versperrt: Die beiden Bergungsschiffe «Grizzly» (links) und «Atlas» (rechts) bei den Bergungsarbeiten am 20. Januar.
Keystone
Ob Schwefelsäure austrat, ist zurzeit noch unklar: Loreley bei St. Goarshausen, aufgenommen am 1. Februar 2001.
Ob Schwefelsäure austrat, ist zurzeit noch unklar: Loreley bei St. Goarshausen, aufgenommen am 1. Februar 2001.
Keystone
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Auf dem Rhein in Deutschland ist am Donnerstag ein mit Schwefelsäure beladener Tanker gekentert. Säure lief nach ersten Erkenntnissen der Polizei bislang nicht in den Fluss. Zwei Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden, zwei Personen wurden vermisst.

Der Rhein wurde im Bereich des Unglücksorts für den Schiffsverkehr gesperrt. Nach den Vermissten werde «fieberhaft» gesucht, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei. Dazu sei auch ein Helikopter mit Wärmebildkamera im Einsatz.

Die Suche gestaltete sich jedoch schwierig: Mit schwerem Gerät versuchte die Feuerwehr, in den Wohnbereich des im Wasser treibenden Schiffes vorzudringen. Dort wurde eine Person vermutet.

Laut den beiden geretteten Männern befand sich ein Crewmitglied während des Unglücks am Steuerstand. Dieser wurde laut Schifffahrtsamt jedoch komplett abgerissen. Die zwei aus dem Wasser Gezogenen wurden in ein Spital gebracht. Ihnen ging es nach Angaben der Rettungskräfte verhältnismässig gut.

Keine höheren Messwerte

Der Tanker einer deutschen Reederei hat 2400 Tonnen Schwefelsäure geladen und war auf dem Weg von Ludwigshafen ins belgische Antwerpen. Das Unglück ereignete sich am frühen Morgen aus noch ungeklärten Gründen in unmittelbarer Nähe der Loreley, dem berühmten Schieferfelsen am Rhein bei St. Goar.

Am späteren Vormittag konnten die Rettungskräfte das auf der Seite liegende 100 Meter lange Schiff befestigten. Säure war nach vorläufigem Stand der Erkenntnisse nicht ausgetreten. Nach Angaben der Feuerwehr gab es im Rhein bislang keine auffälligen Messwerte. Bei dem Tanker handle es sich um ein «sehr gutes Zwei-Hüllen- Schiff», sagte ein Polizeisprecher.

Schwefelsäure zählt zu den aggressivsten Säuren und ist einer der wichtigsten Grundstoffe für die chemische Industrie. In Verbindung mit Wasser kann aus Schwefelsäure ein ätzendes Gemisch entstehen.

Unglücksursache nicht klar

Unklar war, wie es zu dem Unglück gekommen war. «Wir können uns das nicht erklären, wie das Tankmotorschiff kentern konnte», sagte der Polizeisprecher. «Bei dem Wasserstand weiss ich nicht, wie es irgendwo auflaufen konnte.»

Der Rhein führt derzeit viel Wasser. Der Fluss ist an der Unglücksstelle allerdings sehr eng. Wegen Hochwassers herrscht eine starke Strömung.

Gefährliche Stelle

An der Rheinkurve um die Loreley kommt es immer wieder zu Schiffsunglücken. Wegen Untiefen in der Nähe des Felsens, der zum UNO-Weltnaturerbe gehört, zählte das Gebiet früher zu den gefährlichsten Stellen für die Rheinschifffahrt.

Obwohl die gefährlichsten Felsen im Fahrwasser mittlerweile weggesprengt wurden, herrscht besonders bei Niedrigwasser weiterhin ein hohes Risiko. 2003 lief beispielsweise ein Ausflugsschiff auf Grund, 40 Menschen wurden dabei zum Teil schwer verletzt.

Gleich wie der Felsen wird in der Gegend auch eine Nixe genannt. Der Legende nach kämmte die Loreley auf dem Felsen jeweils ihre langen, goldenen Haare und zog die Schiffer mit ihrem Gesang an. Diese achteten trotz der gefährlichen Strömung nicht mehr auf den Kurs, so dass ihre Schiffe an den Riffen zerschellten.

dapd/mrs

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