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Die Tote ist Maria Bögerl

Die am Donnerstag im Wald bei Heidenheim gefundene Frauenleiche ist als Entführungsopfer Maria Bögerl identifiziert worden. Die Todesursache ist noch nicht bekannt.

Ein Spaziergänger mit Hund hatte die Tote am Donnerstag kurz vor 20.00 Uhr in einem Waldstück zwischen Nietheim und Niesitz entdeckt, teilte die Polizei am Freitagmorgen mit. Die Leiche war mit einem Haufen Äste abgedeckt.

Zur Ermittlung der Todesursache findet im Lauf des Tages eine Obduktion statt. Ein Sprecher der Kripo sagte der Nachrichtenagentur DAPD, frühestens am Nachmittag sei mit Informationen über das Ergebnis zu rechnen.

In Nietheim hatte sich der mit Phantombild gesuchte Mann am Nachmittag des Entführungstags (Mittwoch, 12. Mai) aufgehalten. Er soll als Anhalter unterwegs gewesen sein. Nach Polizeiangaben ist er 30 bis 40 Jahre alt, etwa 1,80 Meter gross, war mit einem ockerfarbenen T-Shirt, einer schwarzen Jacke und grauen Jeans bekleidet. Die dunklen schulterlangen Haare waren zu einem Pferdeschwanz gebunden. Der Gesuchte könnte am Vormittag des 12. Mai in Begleitung eines blonden, etwas kleineren Mannes in der Nähe des Wohnhauses der Familie Bögerl gewesen sein.

Blutspuren im Auto

Die 54-jährige Ehefrau des Heidenheimer Sparkassendirektors Thomas Bögerl wurde am 12. Mai in den Morgenstunden aus ihrem Wohnhaus in Heidenheim-Schnaitheim im eigenen Auto entführt. Den Wagen fanden Besucher des 20 Kilometer entfernten Klosters Neresheim am Freitag, 14. Mai, auf dem Parkplatz. Auf dem Beifahrersitz wurden Blutspuren der Entführten gefunden.

Das Handy der Entführten fanden Suchtrupps der Polizei am Nachmittag desselben Tages. Es lag, wie ein Polizeisprecher jetzt dem DAPD sagte, «mehrere Kilometer» von dem Fundort der Leiche entfernt. Noch sei nicht klar, ob der Fundort der Leiche von den Suchaktionen erfasst worden war.

Lösegeld wurde nicht abgeholt

Das letzte Lebenszeichen von Maria Bögerl erhielt ihr Ehemann am Entführungstag beim Anruf des Täters um 11.20 Uhr. Sie sagte ihm, sie sei mit dem Tod bedroht worden. Der Anrufer forderte Lösegeld - nach unbestätigten Medienberichten 300'000 Euro. Die Familie erfüllte die Forderungen des Erpressers und legte das Geld in einem schwarzen Müllsack an der Autobahn 7. Die Stelle markierte sie mit einer Deutschland-Flagge. Das Geld wurde aber bis zum nächsten Morgen nicht abgeholt, so dass die Polizei eingeschaltet wurde. Die Sonderkommission «Flagge» mit 80 Beamten wurde gebildet und mit Spezialisten des Landeskriminalamts verstärkt.

Bis zu 500 Einsatzkräfte suchten tageslang die Gegend zwischen dem Tatort und der Autobahn sowie um das Kloster Neresheim ab - ohne Erfolg. Am 19. Mai richten der Ehemann und die erwachsenen Kinder der Entführten in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen xy... ungelöst» einen verzweifelten Appell an den Täter. Die Belohnung wurde auf 100'000 Euro aufgestockt. Bisher gibt es insgesamt rund 2200 Hinweise aus der Bevölkerung. Eine heisse Spur war nicht darunter.

ddp

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