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Doppelt so viele Tote bei Eisenbahnunfällen

Im Jahr 2012 starben in der Schweiz 37 Menschen im öffentlichen Verkehr. In auffallend vielen Fällen begaben sich Jugendliche leichtsinnig selbst in Gefahr.

37 Menschen sind in der Schweiz 2012 bei Unfällen mit öffentlichen Verkehrsmitteln ums Leben gekommen. Das sind mehr als 2011, als 31 Todesopfer gezählt worden waren. Leicht gestiegen ist die Zahl der gemeldeten Unfälle, nämlich von 244 auf 252.

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) veröffentlichte heute Montag einen Bericht zur Sicherheit im öffentlichen Verkehr. Unter den 37 Todesopfern von 2012 waren indes nur zwei Passagiere von öffentlichen Verkehrsmitteln. Acht waren Angestellte der Transportunternehmen oder von ihnen beauftragten Baufirmen.

Trotz Verbots die Gleise betreten

13 der Getöteten waren beispielsweise im Auto oder zu Fuss unterwegs und starben bei Unfällen, an denen Fahrzeuge von öffentlichen Verkehrsbetrieben beteiligt waren. 14 waren laut Bericht «Unbefugte», die zum Beispiel trotz eines Verbotes ein Bahngleis betreten hatten. Dazu gehören vier Personen, die auf Eisenbahnwagen kletterten und einen Stromschlag erlitten, sowie zwei Personen, die Bahntunnel durchquert hatten. In vielen Fällen hat es sich laut Bericht dabei um Jugendliche gehandelt.

28 der Getöteten starben bei Eisenbahnunfällen – letztes Jahr hatte das BAV 13 tödliche Eisenbahnunfälle vermeldet –, vier bei Unfällen mit Bussen, je zwei bei Unfällen mit Trams oder Seilbahnen und ein Mensch bei einem Unfall mit einer Zahnradbahn.

Die Zahl der bei Unfällen mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer verletzten Personen lag bei 181 (Vorjahr: 172). Während die Zahl der Schwerverletzten bei Unfällen mit Zügen von 60 auf 45 zurückging, nahm die Zahl der bei Tramunfällen schwer Verletzten von 45 auf 58 zu.

Der Zug ist gemäss dem Bericht weit sicherer als das Auto oder das Velo. Pro zurückgelegte Distanz war das Risiko, im Auto tödlich zu verunfallen, rund 13-mal höher als im Zug – tödliche Arbeitsunfälle bei der Bahn mitgerechnet.

Im Vergleich mit Velo und Motorrad schneiden Züge noch um ein Vielfaches besser ab: Das Risiko eines tödlichen Unfalls ist auf dem Velo 102-mal höher als im Zug und auf dem Motorrad gar 209-mal so hoch.

Zahl der «Signalfälle» stabilisiert sich

Ein Thema für das BAV waren Stoppsignale an Eisenbahnstrecken – im vergangenen Dezember war es zu einer Streifkollision zwischen einem Regionalzug und einem Postzug gekommen, weil ein Lokführer ein Signal nicht beachtet hatte. Auch weitere Signalfälle führten laut dem Bericht zu Kollisionen oder gefährlichen Situationen.

Trotz der zunehmenden Dichte des Verkehrs habe sich die Zahl der sogenannten Signalfälle auf tiefem Niveau stabilisiert, schrieb das BAV. Auf den Strecken von SBB und BLS kam es zu 112 (Vorjahr: 85) solchen Vorfällen. 2009 waren es 128 gewesen.

SDA/fko

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