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Drei Jahre Gefängnis für Kinderschänder

Der pädophile Kanadier, der nach einer spektakulären Grossfahndung übers Internet gefasst wurde, ist von einem Gericht in Bangkok verurteilt worden.

Musste sich für seine Schandtaten verantworten: Christopher Neil am Prozess in Bangkok.

Der 32-jährige Christopher Paul Neil hat vor einem Gericht in Bangkok gestanden, einen 13 Jahre alten Knaben sexuell missbraucht zu haben. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten. Wegen des Geständnisses wurde die ursprünglich doppelt so lange Freiheitsstrafe halbiert.

Mit dem heute ergangenen Urteil ist für den Kinderschänder die gerichtliche Aufarbeitung der ihm zur Last gelegten Verbrechen noch längst nicht beendet. Er steht noch wegen des Vorwurfs vor Gericht, den damals neun Jahre alten Bruder des 13-Jährigen Opfers ebenfalls sexuell misshandelt und auch diese Vergehen gefilmt zu haben. In diesem Fall drohen Neil 20 Jahre Haft. Er hat sich in diesem Verfahren für unschuldig im Sinne der Anklage erklärt. Der Prozess wird am 7. Oktober wiederaufgenommen.

«Urteil ist ein erster Schritt»

«Okay», war alles, was Neil nach dem Urteil sagte. Sein Anwalt erklärte, sein Mandat akzeptiere die Gerichtsentscheidung. Direkt danach wurde er in sein Gefängnis nach Bangkok zurückgebracht, wo er seine Haft verbüssen wird.

Rosalind Prober, Präsidentin der kanadischen Kinderschutzorganisation Beyond Borders, erklärte, das Urteil sei ein erster Schritt auf dem Weg, Neil für seine Untaten zur Rechenschaft zu ziehen. Das Strafmass hätte aber höher ausfallen müssen, sagte sie.

Fahndung übers Internet

Interpol hatte 2004 im Internet 200 verschlüsselte Digitalfotos entdeckt, die Neil bei sexuellem Missbrauch von mindestens einem Dutzend südostasiatischer Jungen zeigen sollen. Die Daten wurden mit Hilfe deutscher Computer-Experten dechiffriert. Interpol machte die Bilder öffentlich und bekam darauf Hunderte von Hinweisen, die auf Neil hindeuteten.

ap/sda/vin

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