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Drogenschmuggeln auf die mondäne Art

Mexikanische Schmuggler schleusen ihre Ware vermehrt durch selbst gegrabene Tunnels in die USA. Ein neu entdeckter Schacht stellt in puncto Bauaufwand alles Bisherige in den Schatten.

220 Meter lang und 15 Meter unter dem Boden: Für diesen Tunnel im mexikanischen San Luis scheuten die Schmuggler keinen Aufwand.
220 Meter lang und 15 Meter unter dem Boden: Für diesen Tunnel im mexikanischen San Luis scheuten die Schmuggler keinen Aufwand.
Keystone
Der eine Eingang befindet sich in einem Laden in Arizona (USA).
Der eine Eingang befindet sich in einem Laden in Arizona (USA).
Keystone
...und endet unter dem Lavabo einer öffentlichen Toilette.
...und endet unter dem Lavabo einer öffentlichen Toilette.
Keystone
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An der Grenze zwischen Mexiko und den USA entdeckten Drogenfahnder einen 220 Meter langen Schmugglertunnel. Der Eingang zu dem Tunnel in 15 Metern Tiefe befand sich in einem Laden in San Luis im US-Bundesstaat Arizona und führte in eine Fabrik in San Luis Rio Colorado in Mexiko.

So soll der Tunnel äusserst «mondän» daherkommen, teilten die Behörden gegenüber der Nachrichtenagentur AFP mit. Der Schacht verfügt über ein gut ausgebautes Belüftungssystem, ein aufwendiges Stützgebälk und Elektrizität. Kurz danach entdeckten die Behörden einen zweiten Tunnel im mexikanischen Tijuana, der jedoch nicht fertiggestellt werden konnte. Neu ist die Methode von Schmuggeltunnels nicht: Wie die Nachrichtenagentur Reuters mitteilt, wurden in den vergangenen zehn Jahren rund 90 solcher Schächte entdeckt – verteilt in mehreren Staaten.

Die Behörden entdeckten den Tunnel, als drei Verdächtige bei dem gemeinsamen Einsatz mexikanischer und US-Drogenfahnder der Antidrogenbehörde DEA sowie der mexikanischen Armee festgenommen worden waren.

Geköpfte Leichen im Geländewagen

Der Drogenkrieg schockiert Mexiko mit einer neuen Bluttat: In einem Auto fand die mexikanische Polizei sieben enthauptete Leichen. Ein anonymer Anrufer führte die Ermittler am Donnerstagmorgen zu dem Geländewagen auf einer Strasse bei der Ortschaft Jojutla im zentralmexikanischen Bundesstaat Morelos, wie aus dem Polizeibericht hervorging.

Bei den Toten handele es sich um Männer, hiess es in dem Bericht weiter. Einer der Köpfe sei in dem Wagen gefunden worden. Sechs weitere Köpfe wurden später in zwei Nachbarorten, Ixtla und Thuixla, entdeckt. Wieder habe ein Anrufer einen Hinweis gegeben. Die Behörden gingen davon aus, dass die Köpfe zu den Leichen gehörten. Eine an einem der Fundorte, rund 150 Kilometer südlich von Mexiko-Stadt, hinterlassene Botschaft lasse auf Drogenkriminalität schliessen.

Mitten in der Stadt Torreón im nordöstlichen Bundesstaat Coahuila wurden drei Polizisten und der 14-jährige Sohn eines der Beamten von Bewaffneten erschossen. Ein weiterer Polizist wurde verletzt, wie aus Polizeikreisen verlautete.

In Mexiko liefern sich Drogenkartelle Kämpfe um die lukrativen Schmuggelrouten in die USA. Seitdem Präsident Felipe Calderón 2006 einen Militäreinsatz gegen die Drogenbanden begann, wurden mehr als 50'000 Menschen getötet.

AFP/mrs

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