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Dubois streifte sich die elektronische Fessel ab

Die Polizei wurde in der Nacht von Entführer Claude Dubois zur Leiche der 19-jährigen Marie geführt. Die Umstände ihres Todes sind unklar; es sei aber weder eine Schuss- noch eine Stichwaffe verwendet worden.

Der Mörder kommt beim Waadtländer Kantonsgericht an. (27. September 2018)
Der Mörder kommt beim Waadtländer Kantonsgericht an. (27. September 2018)
Laurent Gilliéron, Keystone
Bleibt lebenslang hinter Gittern: Der Angeklagte im Fall Marie, Claude D., neben Verteidigerin Yael Hayat. (7. März 2016)
Bleibt lebenslang hinter Gittern: Der Angeklagte im Fall Marie, Claude D., neben Verteidigerin Yael Hayat. (7. März 2016)
Frederic Bott, Keystone
Ist nicht mehr am Leben: Die entführte 19-jährige Marie.
Ist nicht mehr am Leben: Die entführte 19-jährige Marie.
Polizei VD
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Die Polizei fand in der Nacht in einem Wald im Kanton Freiburg die Leiche der 19-Jährigen Marie. Im Zusammenhang mit der Entführung der jungen Frau in Payerne VD bleiben viele Fragen offen. Der Kanton Waadt will die Abläufe in der Justiz untersuchen.

Der Entführer Claude Dubois wies der Polizei den Weg zur Leiche, wie Jean-Christophe Sauterel, Mediensprecher der Waadtländer Kantonspolizei, an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz bekanntgab. Das Opfer wurde identifiziert. Die Polizei fand die Leiche in der Nacht um 3 Uhr in der Nähe von Châtonaye im Kanton Freiburg. Die Umstände ihres Todes sind unklar. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Autopsie an.

Die Polizei schloss beim jetzigen Ermittlungsstand aus, dass der Täter von einer Schuss- oder Stichwaffe Gebrauch machte. Dubois konnte gestern im Kanton Freiburg verhaftet und nach Lausanne überführt werden. Er gab zu, die Frau gewaltsam ins Auto gezerrt und entführt zu haben. Er fesselte die Frau mit einem Klebeband.

Auto des Entführers von Helikopter entdeckt

Gestern veröffentlichte die Polizei einen Zeugenaufruf sowie Namen und Bilder von Marie und Claude Dubois, die sich in einer Beziehung befanden. Ein Helikopter konnte das Auto im Kanton Freiburg ausfindig machen.

Danach nahmen mehrere Patrouillen die Verfolgung auf. Der Flüchtende durchbrach dabei ein von der Polizei aufgestelltes Nagelbrett und verunfallte. Sein Auto drehte sich aufs Dach. Die 19-jährige Frau befand sich nicht im Auto.

Der 36-Jährige Dubois konnte nach dem Unfall vernommen werden und zeigte der Polizei schliesslich den Fundort der Leiche. Der Fall löste landesweit grosse Empörung aus. Beim Entführer handelt es sich um einen verurteilten Mörder und Vergewaltiger.

Entführer im Hausarrest

Dubois hatte 1998 seine damalige ex-Freundin in ein Chalet nach La Lécherette entführt, vergewaltigt und schliesslich getötet und wurde dafür zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren verurteilt. Einer lebenslänglichen Strafe entging er nur wegen seines jugendlichen Alters von 22 Jahren.

Nachdem er einen Drittel der Strafe abgesessen hatte, befand er sich seit August 2012 im Hausarrest. Dabei musste er eine elektronische Fessel tragen. Er entledigte sich ihrer jedoch kurz nach der Entführung.

Die Fessel zeigte lediglich an, ob er sich innerhalb eines bestimmten Gebiets aufhält, sagte Jacques Antenen, Kommandant der Waadtländer Kantonspolizei. Die Fessel löst ein Signal aus, sobald das festgelegte Gebiet verlassen wird.

Waadtländer Regierung erschüttert

Bei der Entführung der jungen Frau wurde der Alarm allerdings nicht ausgelöst weil man annahm, dass der Täter sich auf dem Rückweg von der Arbeit befand, wie Antenen sagte. Das System war nicht mit einem GPS-Sender ausgerüstet.

Die Waadtländer Regierung zeigte sich erschüttert über den Fall. Es stelle sich die Frage, warum sich ein Sexualstraftäter draussen befand, wie Sicherheitsvorsteherin Jacqueline de Quattro sagte. Man wolle alles unternehmen, damit sich ein solches Drama nicht wiederhole. Das zuständige Richtergremium hatte eine bedingte Entlassung nach zwei Dritteln der Strafe im Juli 2012 abgelehnt. Im August entschied die Strafvollzugsbehörde, dass der Mann den Rest der Strafe im Hausarrest absitzen kann.

Die Bewährungshilfe des Kantons Waadt beantragte darauf, den Hausarrest abzubrechen. Der Betroffene legte dagegen im Dezember Rekurs ein und erhielt aufschiebende Wirkung. Die Entscheidung in der Sache steht bis heute aus. Die Abläufe in der Justiz werden untersucht, wie Regierungsrätin Béatrixe Métraux sagte. Die Regierung machte keine weiteren Angaben zur Justizakte des Entführers.

SDA/bru/rbi

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