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Dümmlich – und äusserst beliebt

Wussten Sie, dass Donald Duck im Nazifilm einen Oscar abwarf? Oder wie sein zweiter Vorname lautet? Eben. Grund genug, mehr über die Ente zu erfahren, die 80 geworden ist.

Cholerisches Geburtstagskind: Donald Duck, trotz Seniorenalter ist er seit seinem ersten Geburtstag nicht gealtert.
Cholerisches Geburtstagskind: Donald Duck, trotz Seniorenalter ist er seit seinem ersten Geburtstag nicht gealtert.
Ehapa Verlag, Keystone
Hatte den grössten Einfluss auf die Welt und das Leben Donald Ducks: Carl Banks in einer Archivaufnahme aus dem Jahr 1994 in Oslo.
Hatte den grössten Einfluss auf die Welt und das Leben Donald Ducks: Carl Banks in einer Archivaufnahme aus dem Jahr 1994 in Oslo.
Reuters
Eine Ente als Star: Enthüllungszeremonie des 2257. Sterns auf dem  Hollywood Walk of Fame mit Mickey Mouse, Donald Duck und Michael Eisner (v. l.), CEO der Walt Disney Company.(9. August 2004)
Eine Ente als Star: Enthüllungszeremonie des 2257. Sterns auf dem Hollywood Walk of Fame mit Mickey Mouse, Donald Duck und Michael Eisner (v. l.), CEO der Walt Disney Company.(9. August 2004)
Jim Ruymen, Reuters
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Wie kann man jemanden ohne Hose auf die Welt loslassen, noch dazu vornehmlich auf Kinder? Man kann, wenn derjenige eine Ente ist und Donald Duck heisst. Um das Federvieh aus Entenhausen ist nicht nur ein ganzer Mikrokosmos entstanden, Duck ist längst eine Legende. Am heutigen 9. Juni feiert die Comicfigur ihren 80. Geburtstag.

Walt Disney suchte nach dem Erfolg von Mickey Mouse nach einer neuen Figur, und die sollte nicht ganz so positiv wie die Maus sein. Donald schlüpfte den Zeichnern aus der Feder, und in «Die kluge kleine Henne» hatte er am 9. Juni 1934 seinen ersten richtigen Auftritt.

Eine Kultfigur wird geboren

Nett war es wirklich nicht, wie er die Hühnermama allein die Feldarbeit machen lässt. Aber die Figur Donald – samt Matrosenjacke und der legendären Stimme von Clarence Nash – war geboren.

Donald wurde zum Erfolg. Immer mehr Filmchen wurden produziert, und heute existieren deutlich mehr mit Donald als mit Mickey. Eine ganze Welt wurde um ihn herum geschaffen. In seiner Heimatstadt wohnen zwar auch Mickey und Goofy, aber sie heisst Entenhausen (im Original Duckburg), und Donald, der reiche Onkel Dagobert, Freundin Daisy und die Neffen Tick, Trick und Track bestimmen das Leben in der Stadt.

Anti-Nazi-Film mit Donald Duck

In den 1940er-Jahren zog Donald sogar in den Krieg. In «The Fuehrer’s Face» machte er 1943 selbst mit dem Bürzel ständig den Hitlergruss, las «Mein Kampf» und baute Bomben für die Nazis. Schliesslich erwacht er aus dem Albtraum und küsst die Freiheitsstatue. Der Anti-Nazi-Propagandafilm wurde damals mit dem Oscar ausgezeichnet. In einem anderen Film kann man auf dem Einberufungsbefehl sogar Donalds zweiten Vornamen lesen: Fauntleroy!

Alles für das Vaterland: «The Fuehrer’s Face», amerikanischer Propagandafilm von 1943. (Youtube/omgFiraja)

«Als Kind lag mir Donalds anarchistische Art mehr», sagte Autor Frank Schätzing («Der Schwarm») der «Welt am Sonntag». «Auch, dass er immer Herz und Verantwortung für seine drei mitunter ganz schön renitenten Blagen zeigte, selbst gepiesackt von einem Pandämonium missliebiger Verwandter – schon die Komplexität dieser Sippenverhältnisse. Grandios!» Der Autor fühlt sich gar an die «Buddenbrooks» erinnert.

«Er ist so erfolgreich, weil er eben nicht perfekt ist», sagt Donald-Kenner Uwe Lambach. «Mickey Mouse wurde bis zur Langweiligkeit perfektioniert. Aber Donald scheitert so schön – und steht doch immer wieder auf und macht weiter. Jeder, der keine völlig überhöhte Meinung von sich hat, kann sich mit ihm identifizieren.» Andere Comichelden mögen wirklich Helden sein. «Aber man ist nicht wie Asterix, man ist wie Donald.»

Die Ente regiert Europa

Während in den USA die Maus regiert, ist international Donald Duck populärer – auch im deutschsprachigen Raum. Ob nun als Kalle Anka (Schweden), Anders And (Dänemark), Paolino Paperino (Italien) oder Donald Duck mit deutsch gesprochenem «u» – die Ente regiert Europa.

Allein in Deutschland werden jedes Jahr mehr als fünf Millionen «Lustige Taschenbücher» verkauft, und das «Wall Street Journal» nannte Donald gar einst, wegen der Popularität des Komikers, «den Jerry Lewis Deutschlands». Und das alles für einen ständig versagenden Wasservogel. Da kann man nur rufen: «Klatsch! Klatsch!»

SDA/jym

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