Durchsiebt von Pfeil und Blei – Möwe trotzt allen Angriffen

Trotz des Geschosses, das ihn durchbohrte, fliegt der Vogel noch einen Tag durch die Gegend. Nach der Rettung wird festgestellt, dass es nicht der erste Angriff auf das Tier war.

Die verletzte Möwe in Poole. Inzwischen konnte das Tier gefangen und der Pfeil entfernt werden. (Foto: RSPCA)

Die verletzte Möwe in Poole. Inzwischen konnte das Tier gefangen und der Pfeil entfernt werden. (Foto: RSPCA)

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Die Silbermöwe ist ein verhältnismässig langlebiger Vogel: Über 20 Jahre kann die weitverbreitete Art alt werden, in seltenen Fällen sogar 30 Jahre – ein natürlicher Tod vorausgesetzt. Als Tier alt zu werden gestaltet sich jedoch schwierig, wenn Menschen Jagd auf einen machen. So ist es einer Silbermöwe in Grossbritannien ergangen. Doch Möwen sind zäh. Und so konnte selbst ein mehr als einen halben Meter langes Geschoss das Leben dieses besonders zähen Exemplars in England nicht beenden.

71 Zentimeter lang war Pfeil, der links und rechts aus dem Körper des Tieres ragte. Am Wochenende meldete sich ein «entsetzter» Beobachter, der das durchbohrte Tier in der südenglischen Stadt Poole entdeckt hatte, bei der Tierschutzorganisation «königliche Gesellschaft zur Verhütung von Grausamkeiten an Tieren» (RSPCA).

Die anschliessende Rettungsaktion lief langsamer als erhofft: «Am Sonntag hat es ein Kollege noch nicht geschafft, den Vogel zu fangen, da dieser noch fliegen konnte, aber am Montag war er nicht mehr fähig vom Boden abzuheben», so die RSPCA-Mitarbeiterin Jo Blackburn, die die Möwe schlussendlich gefangen hatte, der BBC.

Auf dem Röntgenbild sieht man den Pfeil im Körper des Tieres. (Foto: RSPCA)

Bei den Untersuchungen zeigte sich allerdings, dass auf die Möwe nicht nur mit Pfeil und Bogen geschossen worden war: «Traurigerweise hat das Röntgenbild gezeigt, dass in dem Vogel auch noch eine Kugel eines Luftgewehrs steckt.» Dieser Angriff müsse aber schon länger her sein, da man keine «frische Eintrittswunde» gefunden habe, so Blackburn.

Inzwischen konnte der Pfeil der RSPCA zufolge entfernt werden. Der Möwe gehe es gut, sie werde jetzt darauf vorbereitet, wieder freigelassen zu werden.

Tierquälerei ist auch in Grossbritannien ein Verbrechen. Nach Angaben des Tierschutzvereins könnte der Angreifer eine Strafe von bis zu sechs Monaten Gefängnis bekommen. Allerdings ist dieser noch nicht gefasst: Die Organisation versucht nun, den Täter anhand der markanten schwarzen und grünen Befiederung des Pfeiles zu identifizieren.

Erstellt: 26.06.2019, 21:20 Uhr

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