Zum Hauptinhalt springen

Dutzende Tote bei Massenpanik in Indien

Während einer Hindu-Zeremonie ist in Indien auf einer Brücke eine Panik ausgebrochen. Dutzende Menschen starben im Gedränge oder ertranken, als sie von der Brücke sprangen.

Hier kam es zu der Massenpanik: Die Brücke im Bezirk Datia. (13. Oktober 2013)
Hier kam es zu der Massenpanik: Die Brücke im Bezirk Datia. (13. Oktober 2013)
Reuters

Bei einer Massenpanik vor einem Hindu-Tempel in Indien sind mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Todesopfer liege bei mindestens 109, sagte ein Polizeivertreter. Unter den Todesopfern befinden sich zahlreiche Frauen und Kinder.

Beim Unglück während des Navaratri-Festes im Bezirk Datia im zentralen Bundesstaat Madhya Pradesh seien zudem zahlreiche Menschen verletzt worden. Die Panik brach auf einer Brücke vor dem Tempel aus, wie der hochrangige Polizeibeamte D. K. Arya sagte.

Zuvor hätten Gerüchte die Runde gemacht, die Brücke über dem Fluss Sindh drohe einzustürzen, weil sie von einem Traktor gerammt worden sei. Es werde befürchtet, dass zahlreiche Menschen in den Fluss gestürzt seien. Aus Polizeikreisen verlautete, auf der Brücke hätten sich zum Zeitpunkt des Unglücks etwa 20'000 Menschen aufgehalten.

Im Tempel wurde der Abschluss des Navaratri-Festes zu Ehren der Hindu-Göttin Durga begangen. Die achtarmige Durga symbolisiert im Hinduismus den Sieg des Guten über das Böse und wird als eine Frau dargestellt, die Waffen in ihren acht Händen trägt.

Das Navaratri-Fest lockt vor allem im Norden Indiens Millionen Gläubige in die Tempel. In dem Tempel von Datia und seiner Umgebung hatten sich während der Massenpanik bereits bis zu 400'000 Menschen versammelt. Datia liegt rund 350 Kilometer nördlich von Bhopal, der Hauptstadt von Madhya Pradesh.

Ausschreitungen zwischen Pilgern und Polizei

Der indische Fernsehsender NDTV berichtete unter Berufung auf Quellen vor Ort, die Polizei habe die Lage noch verschärft, indem sie die Menge mit schweren Stöcken auseinandergetrieben habe. Arya dementierte den Einsatz von Knüppeln.

Die Zeitung «Times of India» berichtete in ihrer Onlineausgabe, aus Frust über den Rettungseinsatz nach dem Unglück hätten einige Menschen die Polizei mit Steinen beworfen. Die Behandlung und der Abtransport der Verletzten seien durch die riesigen Menschenmengen vor Ort behindert worden.

Die Chefin der Kongresspartei, Indiens grösster Regierungspartei, Sonia Gandhi, brachte «ihre Erschütterung und ihren Schmerz über den tragischen Vorfall» in Datia zum Ausdruck, wie es in einer Mitteilung der Partei hiess.

In Indien ereignen sich bei religiösen Festen wegen der Vielzahl an Pilgern immer wieder schwere Unfälle und Paniken mit Toten und Verletzten. Im Januar 2011 waren im Bundesstaat Kerala mehr als hundert Hindus bei einer Massenpanik ums Leben gekommen. 2008 gab es 224 Tote bei einer Massenpanik vor einem Hindu-Tempel in der westlichen Stadt Jodhpur.

AFP/sda/AP/rub

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch