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Dutzende verunfallten im Schneechaos

Am Freitag kam es aufgrund des vielen Neuschnees in der ganzen Schweiz zu Unfällen und Staus. Auch in Deutschland herrscht ein Verkehrschaos. Und ein Zug blieb stundenlang stehen.

Um 6.15 Uhr kam auf der Charrhaltenstrasse in Meilen ZH ein Lieferwagen von der Strasse ab und stürzte rund 20 Meter in die Tiefe. Dabei wurde der Fahrer schwerer verletzt.
Um 6.15 Uhr kam auf der Charrhaltenstrasse in Meilen ZH ein Lieferwagen von der Strasse ab und stürzte rund 20 Meter in die Tiefe. Dabei wurde der Fahrer schwerer verletzt.
Markus Heinzer, newspictures
Schneechaos auch in Deutschland: Räumungsarbeiten in Berlin.
Schneechaos auch in Deutschland: Räumungsarbeiten in Berlin.
Keystone
LKWs stauten sich mitten im Schneesturm.
LKWs stauten sich mitten im Schneesturm.
Keystone
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Der starke Schneefall hat in zahlreichen Kantonen zu Unfällen geführt. Im Kanton Zürich kam es zwischen Mitternacht und 8.30 Uhr zu rund 40 Strassenverkehrsunfällen. Acht Personen wurden verletzt. Ein Autolenker wurde schwer verletzt. Er war in Volketswil in einer Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn geraten und dort frontal gegen einen entgegenkommenden Linienbus geprallt.

Im Kanton Solothurn gingen bei der Polizei 15 Unfallmeldungen ein. Zwei Personen wurden leicht verletzt. An den Unfällen waren insgesamt 21 Autos beteiligt. Neun Unfälle ereigneten sich innerorts, sechs Unfälle auf der Autobahn.

Streusalz rationiert

Das Winterwetter hat am Freitag auch im Kanton Bern zahlreiche Autofahrer ins Schleudern gebracht. Insgesamt kam es auf den Berner Strassen zu rund 40 Verkehrsunfällen, vor allem im frühmorgendlichen Pendlerverkehr. Zu dieser Zeit schneite es teilweise intensiv. Sobald die Schneefälle nachliessen, entspannte sich die Lage wieder etwas, wie Franz Märki Sprecher der Berner Kantonspolizei auf Anfrage sagte.

Im Kanton Schwyz wird das Streusalz rationiert. Bezirken und Gemeinden kann derzeit kein Salz mehr geliefert werden. Priorität beim Winterdienst haben National- und Kantonsstrassen, wie das Schwyzer Baudepartement am Freitag mitteilte.

1,17 Promille Alkohol im Blut

Im Kanton Baselland haben sich in der Nacht auf Freitag bei winterlichen Strassenverhältnissen drei Selbstunfälle ereignet, bei denen Alkohol im Spiel war. Verletzt wurde jedoch niemand, es blieb bei Blechschäden, wie die Polizei mitteilte.

In Laufen prallte kurz nach ein Uhr früh eine 33-jährige Frau mit ihrem Wagen gegen eine Leitplanke. Bei ihr wurden 0,62 Promille gemessen. In Oberdorf hatte ein 27-jähriger Mann, der mit seinem Auto um 3.45 Uhr von der Strasse abkam, 1,17 Promille Alkohol im Blut. 0,88 Promille hatte ein 35-jähriger Automobilist intus, der um 7.30 auf der A 2 bei der Ausfahrt Liestal verunfallte.

Am meisten Schnee fiel im Jura

In der Nacht auf Freitag sind in der Schweiz zwischen 5 und 25 Zentimeter Neuschnee gefallen. Der starke Wind trug allerdings die Schneemassen zusammen – so türmte sich am Freitagmorgen die weisse Pracht stellenweise hoch auf.

Am meisten Schnee fiel im Jura, wie Meteo Schweiz am Freitagmorgen mitteilte. Die Meteorologen erwarteten noch Schneefall bis am Mittag, vor allem im Norden der Voralpen. Die Temperaturen bleiben im Minusbereich – zwischen -1 und -2 Grad.

Warnung aufgehoben

Auch in Deutschland hat eine Schneefront in der Nacht zum Freitag zu chaotischen Zuständen auf den Strassen gesorgt. Es kam zu zahlreichen Unfällen und langen Staus auf Autobahnen und Bundesstrassen. Vielerorts fiel am Freitag die Schule aus, weil die Busbetriebe den Transport der Kinder nicht gewährleisten konnten.

Der Deutsche Wetterdienst hatte insbesondere für den Norden und den Westen Unwetterwarnungen vor starkem Schneefall und Verwehungen herausgegeben. Am Freitag war im Nordwesten noch mit Schneeschauern zu rechnen, südostwärts soll es weiter ausdauernd schneien. Für Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt konnte die Warnung frühem Morgen aufgehoben werden.

LKW blieb liegen

Auf der Autobahn 2 in Richtung Hannover in Sachsen-Anhalt kam in der Nacht der Verkehr zum Erliegen. Wegen eines liegen gebliebenen Lkws stauten sich vom Magdeburger Kreuz bis zur Landesgrenze die Fahrzeuge auf einer Länge von 35 Kilometern.

Geduld brauchten die Autofahrer auch in Nordrhein-Westfalen. Dort bildeten sich gegen Mitternacht Staus von insgesamt 185 Kilometer Länge. Helfer von DRK und Technischem Hilfswerk (THW) versorgten die Autofahrer mit heissen Getränken. Die A 1 war am Morgen an drei Stellen zwischen dem Kreuz Leverkusen und Wuppertal gesperrt. Seit Donnerstagabend 20 Uhr bis Freitagmorgen 4 Uhr kam es zu 251 Unfällen mit 8 Schwer- und 11 Leichtverletzten. Es entstand ein Schaden von 690’000 Euro. Die Sperrung für Lkw über 7,5 Tonnen wegen Eisglätte wurde indessen wieder aufgehoben.

Zwei Reisende wurden ohnmächtig

Vier Stunden lang haben Fahrgäste in einem Regionalexpress am Donnerstag wegen eines Stromausfalls auf freier Strecke zwischen Hamburg und Lübeck festgesessen. Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte, war es gegen 16.30 Uhr zwischen den Ortschaften Bargteheide und Kupfermühle in Schleswig-Holstein zu einem Kurzschluss in der Oberleitung gekommen. Daraufhin sei der Zug stehen geblieben. Wegen der Schneemassen hätten die Fahrgäste den Zug nicht verlassen können.

Nach Angaben des Sprechers fiel die Beleuchtung aus und zwei Reisende wurden vermutlich ohnmächtig. Erst nach zwei Stunden konnten rund 150 Fahrgäste von der Feuerwehr aus dem Zug geholt werden. Sie wurden zunächst in einem Gemeindehaus in der Nähe untergebracht.

Vorfall wird untersucht

Die anderen rund 200 Fahrgäste, darunter auch zwei Schulklassen, sassen noch weitere zwei Stunden fest. Gegen 20.30 Uhr konnte der Zug in den Bargteheidener Bahnhof zurückgezogen werden und von dort seinen Weg nach Lübeck fortsetzen. Es habe viel zu lange gedauert, bis den Menschen geholfen wurde, räumte der Bahnsprecher ein. Der Vorfall werde untersucht.

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