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EasyJet sagt alle Flüge von und nach Genf ab

Die neue Aschewolke aus Island beeinträchtigt den Flugverkehr am Wochenende massiv. In Süddeutschland, Österreich, Norditalien und an der Schweizer Westgrenze wurden die Flugräume geschlossen.

Von Genf aus gibt es derzeit keine Easyjet-Flüge mehr.
Von Genf aus gibt es derzeit keine Easyjet-Flüge mehr.
Reuters

Die Billigfluggesellschaft EasyJet hat sämtliche Flüge von und nach Genf am Sonntag wegen der Aschewolke über Teilen Europas annulliert. Die Fluggesellschaft Swiss musste 22 Flüge absagen; die Langstreckenflüge über den Nordatlantik haben weiter Verspätung. «EasyJet folgt den Empfehlungen der Europäischen Union», sagte Peter Voets, der Marketingdirektor des Unternehmens, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Demnach befinde sich der Genfer Flughafen in der Nähe der Nicht-Flugzone, welche die EU bezeichnet habe. Betroffen sind laut Voets rund 50 Flüge.

Mehr als 20 Flüge konnte bis am Abend auch die Swiss nicht durchführen, wie Sprecher Jean-Claude Donzel sagte. Am Morgen seien sechs Verbindungen zwischen Zürich und Norditalien annulliert worden. Der Sperrung des Flugraums über Süddeutschland fielen 16 Swiss-Flüge zum Opfer, darunter solche nach Berlin oder Amsterdam.

Verspätungen auf Langstreckenflügen

Reisende auf Langstreckenflügen über den Atlantik mussten ebenfalls Behinderungen in Kauf nehmen. Weil die Flugzeuge die Aschewolke umfliegen mussten, kam es zu Verspätungen von bis zu vier Stunden. Informationen zu den Swiss-Flügen stehen auf der Webseite der Fluggesellschaft zur Verfügung.

Auf dem Flughafen Zürich mussten insgesamt 39 Flüge von und nach Zürich annulliert werden, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte. Dabei handle es sich aber zum Teil auch um Flüge, bei denen die Maschine am Ausgangsflughafen wegen eines früher abgesagten Fluges nicht zur Verfügung stand. 22 von 133 Flügen mussten am Sonntag am Flughafen Basel annulliert werden, wie eine Sprecherin mitteilte.

München gesperrt

Wegen der Aschewolke ist am Sonntag der Flugverkehr im Süden Deutschlands massiv behindert worden. Der Flughafen in München und mehrere Regionalflughäfen wurden vorübergehend geschlossen, wie eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS) mitteilte. Am Wochenende mussten auch an anderen europäischen Flughäfen zahlreiche Starts und Landungen abgesagt werden. Betroffen waren neben München auch die Regionalflughäfen Stuttgart, Augsburg, Memmingen und Friedrichshafen. Am Abend entspannte sich die Lage wieder: Sämtliche von der Vulkanasche betroffenen Flughäfen in Deutschland waren nach Angaben der DFS ab 21.00 Uhr wieder geöffnet. Es werde nach allen derzeitigen Erkenntnisse "bis auf weiteres" keine neuen Einschränkungen im deutschen Luftraum geben, sagte die DFS-Sprecherin.

In München kam es im Tagesverlauf nach Angaben des Flughafens zu 460 Ausfällen bei Starts und Landungen; damit mussten fast die Hälfte der sonst üblichen rund tausend Starts und Landungen gestrichen werden. Am Frankfurter Flughafen wurden 16 Landungen und 13 Starts gestrichen, wie ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport mitteilte.

Sperrungen in halb Europa

In Österreich wurde der Luftraum über Wien, Innsbruck, Linz und Salzburg teilweise gesperrt, wie die dortige Flugsicherung mitteilte. Die Flughäfen in Split und Zadar in Kroatien wurden ebenfalls gesperrt.

In Italien schlossen die Behörden den Luftraum im Norden des Landes zwischen 08.00 und 14.00 Uhr. Die Luftfahrtbehörde ENAC teilte mit, dass in Mailand 300 Flüge ausfielen, in Turin blieben 30 Maschinen am Boden. Abgesagt wurden unter anderem Flugverbindungen in die Städte Mailand, Bologna, Turin und Florenz. Der Airport von Venedig blieb vorerst offen. Gestrichen wurden auch Flüge nach Lissabon und Porto. In Portugal wurden alle Verbindungen nach Porto im Norden des Landes und auf die rund 1500 Kilometer westlich von Portugal im Atlantik gelegenen Azoren bis 08.00 Uhr ausgesetzt. Insgesamt wurden mehr als 200 Flüge in Portugal gestrichen.

In Frankreich blieb der Luftraum geöffnet, dennoch wurden auf den Flughäfen in Paris, Lyon und Nizza rund 70 Flüge gestrichen. In Spanien normalisierte sich die Lage. Der Ausstoss von Asche aus dem Vulkan Eyjafjöll nahm weiter ab.

Das Ausmass der neuen Flugstörungen ist weitaus geringer als im April. Damals hatte der Vulkan fast den gesamten europäischen Luftverkehr rund eine Woche lang lahmgelegt. Die Schliessung von hunderten Flughäfen löste ein Chaos aus, mehr als acht Millionen Reisende sassen fest. In Deutschland war der Luftraum für viereinhalb Tage ganz oder teilweise gesperrt. Allein hierzulande fielen rund 40.000 Flüge aus.

afp/sda/cpm/jak

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