Olten-Coach wird seit Monaten gestalkt

Fredrik Söderström wird von einer jungen Norwegerin verfolgt, die Polizei kann ihm nicht helfen. Der Eishockey-Trainer verzweifelt – und wehrt sich via Facebook.

Angefangen hat alles ziemlich harmlos: Eine Norwegerin Mitte 20 habe ihm nach dem Sieg auf Social Media gratuliert, so Fredrik Söderström. (Bild: Facebook)

Angefangen hat alles ziemlich harmlos: Eine Norwegerin Mitte 20 habe ihm nach dem Sieg auf Social Media gratuliert, so Fredrik Söderström. (Bild: Facebook)

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«Ich habe lange gezögert, darüber zu schreiben, in der Hoffnung, die Angelegenheit auf andere Weise in den Griff zu bekommen. Aber das ist nicht der Fall und deshalb entscheide ich mich, es Ihnen zu erzählen, mit der Absicht, eine unangenehme Person zu stoppen, die mich und einen Teil meiner Umgebung beschäftigt hat und weiterhin beschäftigt.»

Der Ton, den EHC-Olten-Trainer Fredrik Söderström in seinem letzten Beitrag auf Facebook verwendet, deutet darauf hin, dass der Schwede verzweifelt ist. Wie er selber schreibt, wird er offenbar seit vergangenem Dezember von einer jungen Frau verfolgt. Angefangen habe alles ziemlich harmlos, nach einem Spiel der norwegischen Eishockeymannschaft Storhamar Dragons, bei der Söderström als Headcoach amtete.

Sie will Kinder mit ihm

Eine Norwegerin Mitte 20 habe ihm nach dem Sieg auf Social Media gratuliert, Söderström antwortete freundlich auf ihre Nachricht. Seither kommt der 41-Jährige nicht zur Ruhe. Als Nächstes stellte sie von einem anonymen Account aus die Frage: «Bist du single?» Söderström gab sich zurückhaltend und schrieb zurück: «Wer bist du?»

Nach einer kurzen Pause habe der wahre Terror begonnen, wie «CH Media» berichtet: Die Frau schreibt, sie träume davon, Söderströms Kinder auszutragen, plant sogar gemeinsame Ferien. Der Trainer stellt in seinem Facebook-Post klar: «Ich möchte sehr deutlich machen, dass ich diese junge Frau überhaupt nicht kenne. Ich habe sie nie getroffen und wir haben absolut keine gemeinsame Geschichte. Sie hat Gefühle für mich als öffentliche Person entwickelt.»

Sie kontaktiert sein Umfeld, um an ihn zu gelangen

Während der Playoffs in Norwegen im März seien die Stalking-Attacken so intensiv geworden, dass Söderströms Freunde ihm rieten, zur Polizei zu gehen. Eines Abends habe die Frau sogar bei seinem Auto gewartet. «Ich entschied mich, sie dort nicht zu konfrontieren und wurde stattdessen von einem Kollegen nach Hause gefahren», so der EHC-Olten-Trainer.

Mit dem Umzug im Frühling in die Schweiz dachte Söderström, die Sache sei beendet. Falsch gedacht: Die Frau kontaktierte sein Umfeld, fand seine Schweizer Handynummer heraus und stalkte den Trainer weiter. «Sie hat versucht, mich per Telefon, SMS, Post und über Social Media zu erreichen. Ich musste viel Zeit damit verbringen, sie auf jede erdenkliche Weise zu blockieren. Sie wechselt nur den Account, dann geht es wieder los. Leider hat sie wiederholt mit Freunden, Kollegen und der Familie Kontakt aufgenommen, was äusserst beunruhigend ist.»

«Ich möchte nichts mit dir zu tun haben»

Die Polizei in der Schweiz kann im Moment auch nicht viel helfen. Einen Ratschlag gaben ihm aber die Behörden: Der Frau klar und deutlich zu kommunizieren, dass er den Kontakt nicht wünscht. «Ich möchte nichts mit dir zu tun haben, auch nicht in irgendeiner Weise. Respektiere es, sonst werde ich andere Massnahmen ergreifen», schreibt darum der Schwede nun auf Facebook. Wenn sie nicht aufhöre, ihn zu stalken, sehe er sich gezwungen, rechtlich härter vorzugehen.

Söderström weiss, wer die Frau ist. Nachdem sie zu Beginn ihrer Verfolgung einen Fehler gemacht hatte, konnten die Behörden ihre Identität feststellen. «Ich möchte ihren Namen nicht preisgeben», schreibt der 41-Jährige weiter. Es sei nicht seine Art, Probleme zu lösen, indem er die Sache selbst in die Hand nehme.

(red)

Erstellt: 17.09.2019, 14:20 Uhr

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