«Ein Dach flog mindestens 50 Meter durch die Luft»

Der Zyklon Pam hat die Inseln des Pazifikstaates Vanuata von der Aussenwelt abgeschnitten. Eine Augenzeugin berichtet von schweren Schäden.

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Der Zyklon Pam hat Vanuatus Hauptstadt Port Vila nach Angaben einer Nothelferin vor Ort schwer zerstört. «Ich bin durch die Strassen gegangen, es ist ein Bild absoluter Verwüstung», sagte Chloe Morrison von der Hilfsorganisation World Vision der Nachrichtenagentur dpa.

«Unzählige Häuser sind einfach fortgerissen, nur die stärksten Betonbauten haben dem Sturm standgehalten - und davon gibt es nicht so viele.» Mindestens 10'000 der 44'000 Einwohner seien obdachlos. Die meisten lebten in 23 Notunterkünften. In der Stadt gebe es keinen Strom, nur wacklige Mobilfunkverbindungen und über Stunden kein fliessendes Wasser.

Hohe Windgeschwindigkeiten

Der Sturm habe am Freitagabend Ortszeit angefangen, aber die schlimmsten Stunden seien gegen Mitternacht gekommen. Pam war ein Zyklon der gefährlichsten Kategorie, Nummer 5 – das bringt Windgeschwindigkeiten von mehr als 300 Kilometern pro Stunde.

«Es war unendlich laut und hörte sich an wie Ozeanwellen, die an den Strand krachen», berichtete sie. «Vor meinem Haus landete ein Dach, das ist mindestens 50 Meter durch die Luft geflogen.» Morrison überlebte in einem Betonhaus. Einige Fenster gingen nach ihren Angaben zu Bruch. Der Zyklon sei am frühen Morgen weitergezogen. Am Samstag habe es aber tagsüber immer wieder schwer geregnet.

Fast alles zerstört

«In den Strassen war es heute morgen gespenstisch ruhig», berichtete Morrison. «Ich habe nur vereinzelt Leute gesehen. Die kamen aus den Notunterkünften, um nach ihren Häusern zu sehen, aber es steht ja praktisch nichts mehr.» Sie seien völlig verstört gewesen.

Zu den 20 World-Vision-Mitarbeitern in Port Vila habe sie Kontakt, aber weitere 80 seien auf abgelegenen Inseln im Einsatz. «Wir können uns gar nicht ausmalen, wie es dort aussieht», sagte sie. Die Inseln seien von der Aussenwelt abgeschnitten, keine Kommunikation möglich.

«Ich glaube nicht, dass auch nur eine der über 80 Inseln verschont geblieben ist», sagte Morrison. «Es kann Tage dauern, bis wir das Ausmass der Zerstörung oder Opferzahlen kennen.» (sda)

Erstellt: 14.03.2015, 09:49 Uhr

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