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Ein Engel und die Finsternis

Italiens oberstes Gericht entscheidet über das Schicksal von Amanda Knox – sieben Jahre nach dem Mord von Perugia.

Amanda Knox bei einem Interview in einer TV-Sendung. Foto: Keystone
Amanda Knox bei einem Interview in einer TV-Sendung. Foto: Keystone

Ein finsteres menschliches Drama erlebt ein neues Kapitel vor Gericht, vielleicht sein letztes. Wenn heute die Richter des Römer Kassationshofs, Italiens höchster Gerichtsbarkeit, den Mordfall von Perugia verhandeln, zum zweiten Mal schon, dann schaut wieder die halbe Welt nach Italien.

Selten hat ein Fall der «Cronaca nera», wie die Italiener diese Kategorie morbider Kriminalfälle nennen, mehr internationale Aufmerksamkeit erfahren als der Mord an der englischen Studentin Meredith Kercher am 1. November 2007 im umbrischen Perugia. Die Polizei fand sie halb nackt in ihrem abgeschlossenen Zimmer, mit durchschnittener Kehle. War es ein Sexualverbrechen? Oder ein Überfallsmord? Vielleicht das tragische Ende eines Streits unter Studentinnen über ein schmutziges Badezimmer? In dieser Geschichte vermischt sich das Halbwissen aus umstrittenen Ermittlungen mit Voyeurismus und dunkler Fantasie. Befeuert werden die Thesen von Sensationsblättern, von abenteuerlichen Debatten in den sozialen Medien, von PR-Kampagnen – in drei Ländern. Und alle Aufregung lebte immer vom schönen, ja «engelhaften» Gesicht einer jungen US-Amerikanern, Amanda Knox, die mit ihrem Auftreten den Fall überstrahlte. Ist der Engel eine Mörderin?

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