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Ein extrem anspruchsvoller Fall

Eine unerträgliche Geschichte, Teil 2: Wie beweist man Taten, für die es keine objektiven Beweise mehr gibt?

Michèle Binswanger
Keine präzise Erinnerung mehr an den Tatort: Für die Opfer ist es schwierig, die 14 Jahre zurückliegenden Taten zu beweisen.
Keine präzise Erinnerung mehr an den Tatort: Für die Opfer ist es schwierig, die 14 Jahre zurückliegenden Taten zu beweisen.
Keystone

Ein kalter Dezemberabend im Jahr 2004. Yvonne sitzt im Zug nach Zermatt, Winterluft zieht durch die Fensterritzen. Plötzlich geht die Tür auf, und im Abteil steht Emily. Acht Jahre sind vergangen, seit die beiden Frauen sich zuletzt gesehen haben. Emilys Familie war 1993 aus dem Dorf weggezogen, Emily kam ins Kinderheim, von da in die Psychiatrie, ins betreute Wohnen, wieder in die Psychiatrie. Yvonne verbrachte eine Jugend mit schwarzen Kleidern, schwarzen Gedanken, schwarzer Wut. Anfangs schrieb sie Emily sporadisch, besuchte sie im Kinderheim. Über die Vorfälle sprachen sie nie – es schien zu bedrohlich. Dann verloren sie sich aus den Augen. Bis zu diesem Dezemberabend im Zug. Auch jetzt sprechen sie das Thema nicht an. Aber sie versichern sich, in Kontakt zu bleiben, tauschen Telefonnummern und Adressen aus.

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