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Ein Toter bei Strassenschlachten auf der Copacabana

Nach dem Tod eines 26-Jährigen in Rio de Janeiro entlädt sich die Wut der Slumbewohner. Als die Polizei in die Armensiedlung einrückt, kommt es zum Schusswechsel. Ein junger Mann wurde erschossen.

Die Gewalt eskaliert auf Rios Strassen: Ein Polizist im Einsatz. (22. April 2014)
Die Gewalt eskaliert auf Rios Strassen: Ein Polizist im Einsatz. (22. April 2014)
AFP

Nach dem Tod eines bekannten Slumbewohners ist es in Rio de Janeiro zu schweren Ausschreitungen gekommen. Wütende Demonstranten schleuderten am Dienstag selbst gebaute Sprengsätze auf eine belebte Strasse im Touristengebiet in der Copacabana. Zudem legten sie Feuer und warfen mit Flaschen und anderen Gegenständen. Als eine Eliteeinheit der Polizei daraufhin in die Armensiedlung Pavao-Pavaozinho einrückte, waren Schusswechsel zu hören, ein Mensch starb. Wer die Schüsse auf das Todesopfer abgab, war zunächst unklar. Die Polizei gab keine Stellungnahme ab.

Die betroffene Gegend ist nur wenige Hundert Meter von Spielstätten für die Olympischen Spiele 2016 entfernt. Durch den Gewaltausbruch wurde der Verkehr auf mehreren Hauptstrassen der brasilianischen Metropole lahmgelegt.

Polizei soll Tänzer getötet haben

Hintergrund der Unruhen ist der Fund einer Leiche eines 25-Jährigen in dem Slum. Bei dem jungen Mann handelte es sich um einen bekannten Tänzer in einer Fernsehshow des grössten Senders Globo. Die Hintergründe seines Todes sind bislang unklar, doch machten die Demonstranten die Polizei dafür verantwortlich.

«Die Polizei hat meinen Freund zu Tode geprügelt, genauso wie sie in anderen Vierteln gefoltert und getötet haben», sagte ein Bewohner von Pavao-Pavaozinho, Johanas Mesquita. «Diese Bemühungen zur Befriedung der Favelas sind fehlgeschlagen, die Polizeigewalt ersetzt doch nur, was die Drogengangs vorher getan haben.»

Vor der Fussballweltmeisterschaft im Juni haben Sicherheitskräfte im grossen Stil Verbrecherbanden aus Slums in Rio hinausgedrängt. Bislang sind auf diese Weise 37 «polizeilich befriedete Gebiete» in einem von 1,5 Millionen Menschen bewohnten Areal entstanden. Die Gangs schlagen jedoch mit Attacken auf Polizeiposten zurück. Zudem klagen Menschen in den Favelas immer wieder über das übermässig harte Vorgehen von Beamten, das oft zum Tod von Slumbewohnern führe.

AP/chk

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