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Ein Ungeborenes ist das jüngste Opfer des Kino-Attentäters

Eine beim Amoklauf von Aurora verletzte schwangere Frau hat wegen eines Traumas eine Fehlgeburt erlitten. Ihre sechsjährige Tochter war im Kino getötet worden.

Aurora trauert: Ein Mädchen geht an einer Gedenkstätte für die Opfer entlang. (28. Juli 2012)
Aurora trauert: Ein Mädchen geht an einer Gedenkstätte für die Opfer entlang. (28. Juli 2012)
Reuters

Gut eine Woche nach dem Kino-Amoklauf in Colorado hat eine bei der Tat verletzte schwangere Frau eine Fehlgeburt erlitten. Nach Angaben ihrer Familie erholt sie sich von einer Operation, die Fehlgeburt sei Folge des bei der Schiesserei erlittenen Traumas.

Bei dem Überfall auf eine «Batman»-Vorführung in Aurora wurde die sechsjährige Tochter der Familie getötet – sie war das jüngste von zwölf Todesopfern. Ihre Mutter wurde von Schüssen in den Hals und den Bauch getroffen.

Morgen soll der mutmassliche Todesschütze, der 24-jährige James Holmes, erneut vor Gericht erscheinen. Dann soll die Anklage verlesen werden. Die Staatsanwaltschaft überlegt sich, die Todesstrafe für Holmes zu fordern. Hinrichtungen sind im US- Bundesstaat Colorado aber selten.

Holmes, Student der Neuro-Wissenschaften, wird beschuldigt, in der Nacht zum 20. Juli in einem Kino in Aurora nahe Denver während der Premiere des neuen «Batman»-Films zwölf Menschen erschossen und 58 weitere verletzt zu haben. Nach Angaben der Ermittler soll er gesagt haben, er sei der Film-Bösewicht «Joker».

In psychiatrischer Behandlung

Hinweise auf eine psychiatrische Behandlung Holmes' nähren Spekulationen, dass Holmes psychisch krank sein könnte. Als er erstmals vor dem Richter erschien, wirkte er seltsam abwesend und müde. Der junge Mann, der seine Haare rot gefärbt hatte, konnte zeitweise seinen Kopf nicht gerade halten.

Der mutmassliche Amokläufer war nach Angaben seiner Anwälte bei einer Psychiaterin an seiner Universität in Behandlung. Wie lange Holmes in Behandlung war, blieb zunächst unklar.

Die auf Schizophrenie spezialisierte Professorin sei auch Adressatin der zuvor verschickten Notizen Holmes' über seine Pläne für den Amoklauf gewesen, schrieben die Anwälte in einem Antrag an das Gericht.

Ominöses Päckchen

Holmes hatte der Psychiaterin laut US-Medienberichten einen Notizblock mit Zeichnungen und Illustrationen des geplanten Massakers zugesandt. Bis heute ist jedoch unklar, ob diese Sendung rechtzeitig eintraf – und ob die Bluttat somit hätte verhindert werden können.

Holmes' Anwälte wollen verhindern, dass der Inhalt der Sendung an die Universität als Beweismittel im Prozess benutzt wird. Sie argumentierten in ihrem Antrag, der Inhalt der Sendung falle unter das Arztgeheimnis, da Holmes Patient der Psychiaterin gewesen sei. Mit der Berichterstattung durch die Medien seien die Rechte ihres Mandanten verletzt worden.

Die Staatsanwaltschaft erklärte den Antrag von Holmes' Anwälten für unbegründet. Sie argumentiert, die Medienberichte über das Päckchen seien falsch. Dies zeige, dass die Informationen unmöglich von den zitierten «Ermittlerkreisen» stammen könnten.

Selbsterklärten «Joker» festgenommen

Angesichts des Amoklaufs während der «Batman»-Premiere in Colorado reagierte die Polizei im US-Staat Maryland schnell: Die Beamten nahmen einen 28-Jährigen fest, der sich als «einen Joker» bezeichnete und seinen Chef mit dem Tod bedroht hatte.

In seiner Wohnung wurden mehrere tausend Schuss Munition und etwa 25 halbautomatische Waffen gefunden. Der Verdächtige wurde nach seiner Festnahme zu einer psychiatrischen Untersuchung ins Spital gebracht.

SDA/rbi

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