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Eine Unwetterwalze überfährt Schweiz und Deutschland

Der Niederschlag war zunächst wie ein Geschenk des Himmels. Doch die Gewitter richten auch grossen Schaden an: Umgestürzte Bäume, Wasserschäden und ein einziger Blitzschlag verletzte über 50 Menschen.

Auch viele Balkonpflanzen waren vom Sturm betroffen: Hagelkörner zerstörten in Zürich Tomaten. (1. Juli 2012)
Auch viele Balkonpflanzen waren vom Sturm betroffen: Hagelkörner zerstörten in Zürich Tomaten. (1. Juli 2012)
Keystone
Nach dem Sturm: Ein Knabe steht an der Winterthurerstrasse in Zürich knietief im Hagel. (1. Juli 2012)
Nach dem Sturm: Ein Knabe steht an der Winterthurerstrasse in Zürich knietief im Hagel. (1. Juli 2012)
Keystone
Geklotzt statt gekleckert wurde auch bei Alex Marquez in Zürich: «Wir mussten die Fenster zudrücken, als der Sturm kam.»
Geklotzt statt gekleckert wurde auch bei Alex Marquez in Zürich: «Wir mussten die Fenster zudrücken, als der Sturm kam.»
Alex Marquez, Leserreporter
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Zuerst Rekordhitze, dann Gewitter: Auf die hohen Temperaturen folgten der Nacht auf Sonntag Gewitter mit sintflutartigem Regen und teils Hagel. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt. Hagel, Wind und Blitze haben teils grossen Schaden angerichtet.

In Niederglatt ZH wurde gestern Abend eine Bäuerin vom Blitz getroffen, als sie die Kühe von der Weide holen wollte. Mit unbestimmten Verletzungen musste die 64-Jährige ins Spital gebracht, wie die Kantonspolizei Zürich am Sonntag mitteilte.

Pech hatte auch eine Familie am Bodensee. Während eines heftigen Gewitters mit Orkanböen von bis zu 123 Kilometern pro Stunde, fiel bei Steckborn TG ein Baum auf ein vollbesetztes Auto. Der 63-jährige Lenker und drei weitere Insassen wurden leicht verletzt.

Brände wegen Blitzeinschlägen

In Oberstammheim ZH schlug ein Blitz in den Kamin eines Einfamilienhauses ein. Am Dach aber auch im Innern des Hauses entstand Sachschaden von rund 40'000 Franken. Verletzt wurde niemand.

Heute Morgen brannte es auch in St-Aubin FR wegen eines Blitzes. Rund 50 Feuerwehrleute bekämpften die Flammen, konnten aber Estrich und Dach nicht retten. Das leerstehende Haus war frisch renoviert; eine Familie sollte bald einziehen. Der Sachschaden konnte heute nicht beziffert werden.

Viele umgestürzte Bäume

In der Nacht auf heute hatte ein heftiges Gewitter im Kanton Schaffhausen mehrere Bäume entwurzelt. In einigen Orten fiel zudem während längerer Zeit der Strom aus, wie die Kantonspolizei Schaffhausen mitteilte.

Im Kanton Bern wurde das Gewitter an einigen Orten von Hagel begleitet. Grössere Schäden blieben jedoch aus. Lediglich im Jura wurde das Dach eines Hauses beschädigt und in Hindelbank gab es einen Wasserschaden durch Hagel. In Bolligen fiel nach einem Blitzeinschlag ein Baum um.

Ein heftiges Gewitter über der Stadt Zürich am Sonntagmorgen führte zu rund 70 Einsätzen von Schutz & Rettung. Der Grund waren überflutete Keller und Äste auf den Strassen. Regen und die damit verbundene willkommene Abkühlung blieben im Tessin aus, wo ab Donnerstag Hitzewarnung ausgegeben worden war. Das Thermometer zeigte am Sonntag bis zu 29 Grad.

Rekordhitze am Samstag

Der Regen und die Abkühlung folgten auf den bisher heissesten Tag des Jahres. Am Samstag gab es verbreitet Temperaturen über 30 Grad, wie SF Meteo am Sonntag mitteilte. Im Rheintal bei Bad Ragaz wurden sogar 35,8 Grad gemessen.

Wegen der Hitze weichte sich auf der Autobahn A1 zwischen St. Margrethen und Rheineck SG der Strassenbelag auf. Deshalb wurde der Verkehr teilweise einspurig an den beschädigten Stellen vorbeigeführt.

51 Verletzte nach Blitzeinschlag an Festival

Noch heftiger wüteten die Unwetter in Deutschland. Ein tragisches Ereignis spielte sich an einem Musikfestival ab: In Roitzschjora im deutschen Bundesland Sachsen sind bei einem Blitzeinschlag 51 Menschen verletzt worden. Davon erlitten neun Menschen in dem Gewitter in der Nacht auf heute schwere Verletzungen, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes Nordsachsen.

Die Rettungskräfte waren stundenlang im Einsatz, um die Verletzten zu versorgen. Das Metal-Festival «With Full Force» lockt jedes Jahr tausende Heavy-Metal-Fans auf den Flugplatz Roitzschjora. Es konnte laut Landratsamtssprecherin nach der Schreckensnacht fortgesetzt werden

SDA/ dapd/mrs

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