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Eingeschneites Edinburgh ruft Armee zu Hilfe

Schwere Schneefälle legen die Infrastruktur der schottischen Hauptstadt Edinburgh lahm. Ein Auslandschweizer berichtet über die Lage vor Ort.

Edinburgh versinkt im Schnee: Nach den schwersten Schneefällen seit fast 50 Jahren hat die schottische Hauptstadt am Donnerstag die Armee zur Hilfe gerufen. Die Soldaten sollen unter anderem die Strassen rund um Arztpraxen, Spitäler und Pflegeheime von Schnee und Eis befreien und den Menschen helfen, die ihre Häuser nicht mehr alleine verlassen können. In Teilen der Stadt liegen bis zu 70 Zentimeter Schnee.

Adrian Glauser, Sie wohnen seit drei Jahren in Edinburgh. Wie ist die Situation? Einige Schulen mussten vorübergehend schliessen und viele Leute konnten nicht zur Arbeit erscheinen. Während ein paar Tagen war der gesamte öffentliche Verkehr lahmgelegt. Die Regierung scheint unfähig, mit dieser Situation umzugehen. Dabei ist es keinesfalls eine Ausnahme, dass es Edingburgh zu starkem Schneefall kommt. Einzig die Dauer des Schneefalls ist in diesem Jahr aussergewöhnlich.

Weshalb ist es für die Behörden derart schwierig, diese Situation in den Griff zu bekommen? Es fehlen die notwendigen Ressourcen. Es stehen zu wenig Schneepflüge zur Verfügung und auch Salz scheint hier ein Fremdwort. Nur die Hauptstrassen werden regelmässig gepflügt. Wer an einer Nebenstrasse wohnt, lebt zurzeit abgeschnitten von der Aussenwelt.

Wie meistert die Bevölkerung den Alltag? Ich kann nur für mich sprechen. Lange war ich lediglich zu Fuss unterwegs. Für junge Leute ist dies kein Problem. Ältere Leute, die am Stock gehen, können sich zurzeit kaum auf die Strasse wagen, weil überall Glatteis liegt. Prekär wurde es, als dem benachbarten Lebensmittelladen die Güter ausgingen. So musste ich von den spärlichen Resten zehren, die ich noch zu Hause hatte. Glücklicherweise hat sich auch diese Situation inzwischen wieder entspannt.

Wie wird sich die Lage nun entwickeln? Es scheint tatsächlich so, als ob die Briten unfähig seien, solche Situationen ruhig anzugehen. Das beweist auch das gegenwärtige Aufgebot der Armee, das etwas unverhältnismässig erscheint. Es erscheint typisch britisch, dass es länger braucht, um solche Situationen zu handeln. Gleichzeitig klagen sie über die Kosten, die nun auf die Regierung zukommen. Mit ein paar Schneepflügen mehr wäre die Situation nicht derart eskaliert.

SDA/mrs

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