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Erneut sterben zwei Personen auf Berner Gleisen

Vier Tote in zwei Tagen: In Bern kam es schon wieder zu einem tödlichen Zugunglück. Ein Mann und eine Frau wurden gestern Abend im Bahnhof Bern-Bümpliz von einem Schnellzug erfasst.

Hier kam es am Montagabend zu einem tragischen Unfall: Der Bahnhof Bümpliz Süd.
Hier kam es am Montagabend zu einem tragischen Unfall: Der Bahnhof Bümpliz Süd.
Felix Brodmann, Newspictures

Nur einen Tag nach dem tragischen Vorfall im Berner Bahnhof Wankdorf sind beim Bahnhof Bümpliz Süd erneut zwei Personen von einem Zug erfasst und tödlich verletzt worden. Gestern starben in Bern-Bümpliz eine Frau und ein Mann, als sie die Gleise überqueren wollten.

Die beiden Personen begaben sich auf die Gleise, um diese hinter einem anfahrenden S-Bahn-Zug zu überqueren, teilt die Berner Kantonspolizei mit. Auf dem zweiten Gleis wurden die Frau und der Mann von einem aus der anderen Richtung nahenden Schnellzug erfasst.

Obwohl der Lokomotivführer sofort eine Notbremsung einleitete, konnte er die Kollision nicht verhindern. Die Identität der Toten ist noch nicht geklärt. Klar ist aber, dass es sich um erwachsene Personen handelt.

Schwestern aus der Region Bern

Der Polizei wurde der Unfall im Westen Berns kurz nach 20 Uhr gemeldet. Etwa 26 Stunden vorher hatte im Norden der Stadt Bern ein Intercity im Bereich des Bahnhofs Bern-Wankdorf zwei jüngere Frauen erfasst und tödlich verletzt. Es handelt sich um Schwestern aus der Region Bern.

Die Hintergründe dieses Vorfalls sind noch unklar. Auch in diesem Fall versuchte der Lokführer erfolglos, die Kollision mit einer Schnellbremsung zu verhindern.

«20 Minuten» zitierte einen «Leser-Reporter», der gesehen haben will, dass die beiden Schwestern vor ihrem Tod auf dem Perron miteinander rangelten.

Eine Polizeisprecherin sagte auf Anfrage, es hätten sich Zeugen des Ereignisses gemeldet. Diese würden nun befragt. Von den Zeugenaussagen erhofft sich die Polizei Informationen zum Geschehen auf dem Perron. Einen Zusammenhang zwischen den beiden Ereignissen in Bern-Wankdorf und Bern-Bümpliz sieht die Polizeisprecherin nicht.

Viele Tote wegen Regelverstössen

Im Jahr 2012 starben im Schweizer Eisenbahnverkehr 28 Menschen durch Unfälle und 143 durch Suizid. Dies ist im Vergleich zu 2011 ein Anstieg: Damals starben 13 Personen durch Unfälle und 100 durch Suizid. Zahlen für das Jahr 2013 liegen noch keine vor.

Auffallend hoch war im Jahr 2012 die Zahl der sogenannten «Unbefugten», die im Eisenbahnverkehr starben. Mit 14 Fällen bilden sie die Mehrheit der Toten. 5 von ihnen wurden von Zügen erfasst, weil sie die Gleise überquerten. 4 kletterten auf stehende Eisenbahnwagen und erlitten tödliche Stromschläge. Und 2 Menschen wurden getötet, als sie zu Fuss einen Tram- oder Bahntunnel zu durchqueren versuchten. Laut dem Bundesamt für Verkehr (BAV) passierten die meisten dieser Unfälle in der Nacht, und meist waren Jugendliche beteiligt.

Auch Dritte wie Autofahrer oder Fussgänger waren häufig in tödliche Unfälle verwickelt, insgesamt 13-mal im Jahr 2012. Zudem starben 8 Mitarbeiter der Transportunternehmen oder Baufirmen im Eisenbahnverkehr, hingegen nur 2 Reisende.

SDA/wid/sly

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