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«Erst konnte er nicht mehr sehen, dann nicht mehr laufen»

Pussy-Riot-Aktivist Pjotr Wersilow störte mit drei weiteren den WM-Final. Nun soll er vergiftet worden sein und sich gesundheitlich in kritischem Zustand befinden.

Vor wenigen Tagen wirkte er noch kerngesund: Pjotr Wersilow am 7. September 2018 in Moskau.
Vor wenigen Tagen wirkte er noch kerngesund: Pjotr Wersilow am 7. September 2018 in Moskau.
Alexander Zemlianichenko, Keystone

Pjotr Wersilow, männliches Mitglied der russischen Aktivistengruppe Pussy Riot, wurde Medienberichten zufolge möglicherweise vergiftet. Er befinde sich nach der mutmasslichen Vergiftung in einem ernsten Zustand, berichteten der Radiosender Echo Moskwy und das Online-Nachrichtenportal meduza.io.

Sie beriefen sich dabei auf Angaben von Pussy-Riot-Mitglied und Wersilows Ehefrau Weronika Nikulschina. Kurz nach einem Gerichtstermin am Dienstag habe sich Wersilow zunehmend unwohl gefühlt, sagte Nikulschina zu meduza.io: «Um sechs Uhr abends hat er sich hingelegt, um sich zu erholen.» Als Nikulschina zwei Stunden später nach Hause gekommen sei, sei er aufgewacht und habe ihr gesagt, dass er sein Sehvermögen verliere: «Zwischen 20 und 22 Uhr hat sich sein Zustand dramatisch verschlechtert. Erst konnte er nicht mehr sehen, dann nicht mehr sprechen und schliesslich nicht mehr laufen», so Nikulschina.

Video: Flitzer platzen in WM-Final

Beim Endspiel in Moskau stürmten Aktivisten das Spielfeld. Quelle: SRF

Wersilow werde in der Toxikologie des Moskauer Bachruschin-Krankenhauses behandelt, gab Nikulschina gegenüber meduza.io an. Eine offizielle Bestätigung des Krankenhauses, dass Wersilow eingeliefert wurde, gab es bislang allerdings nicht.

Nach Angaben von Freunden Wersilows wollte seine Mutter am Mittwochabend ihren Sohn im Krankenhaus besuchen, doch es sei ihr der Zutritt verweigert worden. Auf die Frage hin, in welchem Zustand Wersilow sei, habe das Krankenhauspersonal die Antwort verweigert.

Vor kurzem noch im Gefängnis

Wersilow, Nikulschina und zwei weitere Pussy-Riot-Aktivisten waren im Juli während des Finals der Fussball-WM in Russland zwischen Frankreich und Kroatien in Polizeiuniformen aufs Spielfeld gerannt. Sie kamen dafür für 15 Tage ins Gefängnis. Nach Angaben von Pussy Riot protestierten sie mit der Aktion gegen übermässige Befugnisse der russischen Polizei.

Pussy Riot ist mit spektakulären Aktionen gegen Justizwillkür und Korruption weltweit bekannt geworden. Wersilows frühere Partnerin, Nadeschda Tolokonnikowa, wurde 2012 wegen einer Protestaktion in einer Kirche zu einer Haftstrafe verurteilt.

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