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Erster Ebola-Patient erreicht die USA

Der an Ebola erkrankte US-Amerikaner Kent Brantly ist mit einem Spezialflug in seine Heimat gebracht worden. Er hatte sich in einem Ebola-Spital in Liberia infiziert.

121 Ebola-Opfer an einem Tag: Das Hastings Ebola Notfallzentrum ausserhalb von Freetown, Sierra Leone. (6. Oktober 2014)
121 Ebola-Opfer an einem Tag: Das Hastings Ebola Notfallzentrum ausserhalb von Freetown, Sierra Leone. (6. Oktober 2014)
Keystone
Werden von Patienten überrannt: Ein US-Soldat grenzt mit Stacheldraht das Grundstück einer neuen Krankenstation ab.
Werden von Patienten überrannt: Ein US-Soldat grenzt mit Stacheldraht das Grundstück einer neuen Krankenstation ab.
Pascal Guyot, AFP
Gesundheitstest am Flughafen von Conakry, Guinea. (22. Juli 2014)
Gesundheitstest am Flughafen von Conakry, Guinea. (22. Juli 2014)
AFP
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Ein mit dem lebensgefährlichen Ebola-Virus infizierter Arzt aus den USA ist als erster von zwei erkrankten US-Bürgern aus Liberia ausgeflogen worden.

Der mit einer Isolationskammer ausgerüstete Jet brachte den Mann namens Kent Brantly zum Luftwaffenstützpunkt Dobbins wenige Kilometer nördlich der US-Grossstadt Atlanta, wie ein Sprecher der Luftwaffe bestätigte. Von dort wurde er anschliessend zur Behandlung in eine Spezialklinik gefahren.

Eine weitere infizierte US-Amerikanerin, die Missionarin Nancy Writebol, soll in den kommenden Tagen ebenfalls von Liberia aus in das angesehene Emory Universitätskrankenhaus in Atlanta gebracht werden. Es ist das erste Mal, dass Ebola-Infizierte US-amerikanischen Boden betreten. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe dadurch nicht, sagten US-Beamte.

Der leitende Arzt nannte den Gesundheitszustand beider Patienten «stabil». Er versicherte, dass alle nötigen Massnahmen getroffen worden seien, um eine Ausbreitung der gefährlichen Krankheit in den USA zu verhindern. In den USA hatte sich etwa in sozialen Netzwerken die Angst geregt, Ebola einzuschleppen.

Zu 90 Prozent tödlich

Brantly und Writebol hatten in Liberia für die Hilfsorganisationen Samaritan's Purse und SIM in einem Krankenhaus gearbeitet, in dem Ebola-Patienten behandelt wurden. In der Emory-Klinik wurde vor zwölf Jahren eine auf die gefährlichsten Erreger der Welt spezialisierte Einheit ins Leben gerufen.

Ebola zählt zu den tödlichsten auf der Welt bekannten Krankheiten. Es gibt keine Medizin gegen sie, und in bis zu 90 Prozent der Fälle sterben die Infizierten. Bei den derzeitigen Ausbruch in den westafrikanischen Ländern Liberia, Guinea und Sierra Leone infizierten sich bislang mehr als 1300 Menschen, mehr als 700 starben bisher daran.

Der Virus verbreitet sich durch direkten Kontakt mit Blut, Urin, Speichel oder anderen Körperflüssigkeiten von einer infizierten Person. Es breitet sich allerdings nicht über die Luft aus, weshalb es nicht so ansteckend ist wie beispielsweise der Grippe-Erreger.

Mehr als 700 Tote

Nach WHO-Angaben sind bisher mindestens 729 Menschen in Westafrika an dem Virus gestorben. Es ist die erste Epidemie mit dem besonders gefährlichen Zaire-Ebolavirus in der Region.

In Nigeria bestätigten sich zwei Ebola-Verdachtsfälle nach Tests nicht, wie das örtliche Zentrum für Krankheitskontrolle NCDC mitteilte. Die beiden Patienten sollten aber weiter beobachtet werden, sagte der Chef der Behörde, Abdulsalim Nasidi.

Etwa 70 weitere Menschen werden Berichten zufolge ebenfalls überwacht. Sie alle sollen Kontakt zu einem Berater der liberianischen Regierung gehabt haben, der kürzlich in einem Krankenhaus in Lagos an Ebola gestorben war. Der 40-Jährige war mit einem Flugzeug in die Zehn-Millionen-Metropole gereist und dort am Flughafen zusammengebrochen. Nach weiteren Menschen, die in Kontakt mit ihm waren, werde gesucht, erklärte das Gesundheitsministerium.

AP/sda/thu

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