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«Es war keine Harakiri-Aktion»

Vor eineinhalb Wochen verlor der Extrembergsteiger Ueli Steck am Himalaja zwei Kollegen. In einem Interview äussert er sich nun erstmals zum Drama.

Der Schweizer Extrembergsteiger Ueli Steck schloss sich spontan der Expedition um Benedikt Böhm und den später tödlich verunglückten Sebastian Haag an.
Der Schweizer Extrembergsteiger Ueli Steck schloss sich spontan der Expedition um Benedikt Böhm und den später tödlich verunglückten Sebastian Haag an.
Nicola Pitaro
Starb in einer Lawine am vierzehnthöchsten Berg der Welt: Der bayrische Bergsteiger Sebastian Haag.
Starb in einer Lawine am vierzehnthöchsten Berg der Welt: Der bayrische Bergsteiger Sebastian Haag.
Elias Lefas/Dynafit
Starb beim Ausüben seiner Leidenschaft: Der bayrische Bergsteiger Sebastian Haag.
Starb beim Ausüben seiner Leidenschaft: Der bayrische Bergsteiger Sebastian Haag.
Webseite: Sebastian Haag
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Erstmals äussert sich der Berner Extrembergsteiger Ueli Steck in einem ausführlichen Interview mit der «SonntagsZeitung» zum tödlichen Lawinenunfall am Shisha Pangma, bei dem vor eineinhalb Wochen zwei Spitzenalpinisten aus Deutschland und Italien ums Leben gekommen sind.

Steck hat sich der Expedition, die mit der Besteigung zweier Achttausender im Himalaja innerhalb einer Woche einen Weltrekord aufstellen wollte, erst im Basislager angeschlossen. «Es war ein reizvolles, ansteckendes Projekt, keine Harakiri-Aktion», sagt Steck zum extremen Vorhaben der Gruppe. Rund hundert Höhenmeter unterhalb des Gipfels habe sich plötzlich ein Schneebrett gelöst und drei Leute, die sich unterhalb von Steck und einem Kollegen befunden hätten, erfasst.

«Es hätte auch mich treffen können»

«Das Schneebrett löste sich fast geräuschlos.» Es sei gespenstisch gewesen, erinnert sich Steck an den Augenblick. «Als wir realisierten, was genau passiert war, funkten wir ins Basislager und baten um Hilfe. Wir versuchten ein paar Stunden auf den Lawinenkegel zu kommen. Aber es war zu riskant», beschreibt Steck die Rettungsaktion gegenüber der «SonntagsZeitung». «In der Verzweiflung darf man keine Fehler machen und damit womöglich andere Leute in Gefahr bringen.»

So musste Steck schliesslich absteigen. Auf die Frage, ob er eine Mitschuld am Tod der Kollegen trage, sagt Steck: «Jeder der fünf Bergsteiger konnte selber entscheiden, ob er mitmacht. Keiner ist für den anderen verantwortlich. Es hätte auch mich treffen können.»

Ueli Steck will im nächsten Frühling erneut in den Himalaja aufbrechen – er hat die Überschreitung des Everest im Kopf. «Ich möchte diese Tour tatsächlich machen», bestätigt er der «SonntagsZeitung».

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