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Explosion in französischem AKW

Nach einem Zwischenfall in Flamanville muss ein Reaktor heruntergefahren werden. «Es handelt sich nicht um einen Atomunfall», beruhigen die Behörden.

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Kein Verstrahlungsrisiko nach Zwischenfall: Das AKW in Flamanville.

Eine Explosion im nordfranzösischen Atomkraftwerk Flamanville hat heute für Aufregung gesorgt. Nach Angaben der Behörden explodierte ausserhalb des atomaren Bereichs ein Ventilator, ein Strahlungsrisiko bestand demnach nicht.

«Es handelt sich nicht um einen Atomunfall», betonte Präfekt Jacques Witkowski. Der AKW-Betreiber EDF sprach von einem Feuer in einem Maschinenraum. Fünf Menschen waren dem Rauch ausgesetzt, wurden den Behörden zufolge aber nicht verletzt.

Reaktor runtergefahren

Der Unfall ereignete sich gegen 9.40 Uhr. Ein Feuer im Maschinenraum von Abschnitt 1 des Atomkraftwerks habe zu einer «Detonation» geführt, erklärte EDF. Ein Reaktor wurde heruntergefahren. Gegen Mittag teilten die Behörden mit, dass der Brand gelöscht sei.

«Fünf Menschen wurden durch den Rauch leicht beeinträchtigt», sagte Präfekt Witkowski. «Sie sind unverletzt.» Zuvor hatten die Behörden mitgeteilt, die fünf Menschen hätten leichte Vergiftungen erlitten.

Das Atomkraftwerk Flamanville liegt in der nordfranzösischen Normandie am Ärmelkanal, rund 25 Kilometer von der Hafenstadt Cherbourg entfernt. In dem AKW stehen zwei Atomreaktoren, die 1985 und 1986 ans Netz gingen und damit mehr als 30 Jahre alt sind. Ein dritter Reaktor wird dort gebaut, er soll nach massiven Verzögerungen Ende 2018 in Betrieb gehen.

Ein Video über den Baue des Kraftwerkes. (Quelle: Youtube)

In Frankreich kommt es immer wieder zu Zwischenfällen in Atomkraftwerken. Das Land ist hochgradig vom Atomstrom abhängig: Die 58 Atomreaktoren liefern rund 75 Prozent des französischen Stroms. Ein 2015 verabschiedetes Energiewende-Gesetz sieht vor, dass dieser Anteil bis 2025 auf 50 Prozent gesenkt werden soll, unter anderem durch einen Ausbau erneuerbarer Energien.

(SDA)

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