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Ex-Schüler soll Anschlag angedroht haben

Schweizer Ermittler entdeckten eine Anschlagsdrohung gegen Schulen im niederländischen Leiden. Dort hat die Polizei sämtliche Schulen geschlossen – und einen Verdächtigen verhaftet.

Wollen kein Risiko eingehen: Polizeibeamte stehen vor einer der geschlossenen Schulen in Leiden. (22. April 2013)
Wollen kein Risiko eingehen: Polizeibeamte stehen vor einer der geschlossenen Schulen in Leiden. (22. April 2013)
AFP

Eine Anschlagsdrohung gegen eine Schule hat im niederländischen Leiden einen massiven Polizeieinsatz und die Schliessung sämtlicher Mittelschulen ausgelöst. Nach einer im Internet veröffentlichten Drohung mit einer tödlichen Schiesserei schlossen die Behörden am Montag vorsorglich die Mittelschulen der Stadt.

Im Zusammenhang mit dem Fall wurde ein ehemaliger Schüler einer Privatschule festgenommen. Die Polizei in der Universitätsstadt nordöstlich von Den Haag bestätigte eine Festnahme. Die Britische Schule in Voorschoten bei Leiden teilte mit, es handele sich um einen ehemaligen Schüler der Lehranstalt. Er sei im Oktober 2011 wegen Fehlverhaltens von der Schule geflogen.

Die Polizei habe die Schule informiert, dass keine Gefahr für die Lehranstalt oder deren Schüler bestehe. Daher habe der Unterricht am Montag ganz normal stattgefunden. Die teure Privatschule unterrichtet Schüler aus mehr als 80 Nationen.

Schweizer Ermittler entdeckten Drohung

In der auf einer US-Website veröffentlichten Drohung hiess es: «Ich werde meinen Niederländisch-Lehrer und so viele Schüler töten wie ich kann.» Es gehe um eine Schule in Leiden. «Zum Beweis werde ich einen 9mm-Colt Defender benutzen». Schweizer Ermittler hatten die Drohung im Internet entdeckt und die niederländischen Behörden alarmiert.

Daraufhin hatten die Behörden von Leiden entschieden, die Mittelschulen der Stadt am Montag vorsorglich geschlossen zu halten. Polizisten riegelten die mehr als 20 betroffenen Gebäude ab. An niederländischen Mittelschulen werden Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren unterrichtet.

Ein «schwieriges Dilemma»

Es sei nicht ausgeschlossen, dass es sich bei der Drohung lediglich um einen makaberen Scherz handele, sagte Leidens Bürgermeister Henri Lenferink dem Radiosender NOS. Dennoch seien die Behörden auf Nummer sicher gegangen: «Auf der einen Seite will man nicht überreagieren, auf der anderen will niemand ein Risiko eingehen – das war das schwierige Dilemma, vor dem wir gestern standen.»

2009 hatte die niederländische Polizei einen 18-Jährigen festgenommen, nachdem er auf der gleichen US-Website Drohungen veröffentlicht hatte, er plane eine Schiesserei an einer Schule in Breda im Süden des Landes. Der Jugendliche sagte später, es habe es sich nur um einen Scherz gehandelt. 1999 wurden vier Schüler und ein Lehrer verletzt, als ein Schüler in einem Klassenzimmer einer Schule im südniederländischen Veghel ums sich schoss.

AFP/fko/rub

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