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Fall Luca: Zeichnung des Bruders «unbrauchbar»

Eine Zeichnung des Bruders des Knaben Luca, der 2002 im Wallis bewusstlos im Schnee aufgefunden worden war, ist laut Experten der Justiz nicht glaubwürdiger als frühere Aussagen des jüngeren Bruders.

Wer hat ihn zum Invaliden gemacht? Luca Mongelli.
Wer hat ihn zum Invaliden gemacht? Luca Mongelli.
Keystone

Die Zeichnung von Marco, dem jüngeren Bruder des heute querschnittgelähmten Luca, war der Auslöser, weshalb die Walliser Justiz den Fall neu aufgerollt hat.

Sie zeigt drei Personen, die Luca angreifen. Marco selber versteckt sich hinter einem Baum, während der Hund Rocky einen der Angreifer packt.

Vier Experten beauftragt

Die Walliser Justiz hatte vier italienischsprachige Experten beauftragt, die angeblich 2005 in einer Religionsstunde entstandene Zeichnung Marcos zu analysieren.

In ihrem Bericht, in welchen die Nachrichtenagentur sda Einblick nehmen konnte, nachdem am Freitag die Zeitung «Le Nouvelliste» darüber berichtet hatte, zweifeln die Experten zwar nicht daran, dass die Zeichnung von Marco stammt. Sie weisen aber gleichzeitig darauf hin, dass bis heute nur eine Kopie existiere und das Original bisher nicht wiedergefunden worden sei.

Ausserdem erinnern die Experten daran, dass Marco den Ablauf des Dramas in verschiedenen Versionen erzählt habe. Sie nennen dieses Phänomen eine Störung der Erinnerung und halten es deshalb nicht für garantiert, dass die Zeichnung glaubwürdiger ist als frühere Aussagen, die der Knabe gemacht hatte - «im Gegenteil».

Widersprechende Gutachten

Die Walliser Staatsanwaltschaft wollte am Freitag auf Anfrage nichts zu dem Fall sagen.

Das Drama um Luca hatte sich am 7. Februar 2002 in Veysonnaz VS ereignet. Der damals siebenjährige Knabe und sein vierjähriger Bruder waren mit ihrem Hund spazieren gegangen. Als sie nach einer gewissen Zeit nicht zurückkehrten, machte sich die Mutter auf die Suche nach ihnen.

Sie fand den älteren Sohn halb entkleidet und bewusstlos im Schnee liegend. Als der Knabe im Spital aus dem Koma erwachte, war er blind und gelähmt.

Die Walliser Staatsanwaltschaft hatte die Akte 2004 zunächst geschlossen. Sie war zum Schluss gekommen, dass der Hund Rocky schuld an der Sache war. Die heute in Italien lebende Familie präsentierte kürzlich ein gegenteiliges Gutachten. Sie kämpft für eine Wiederaufnahme des Verfahrens.

(SDA)

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