Farc-Guerilla bietet Hilfe beim Wiederaufbau an

Die Schlammlawine in der kolumbianischen Stadt Mocoa forderte über 250 Tote. Die Angst vor Seuchen ist gross. Der Präsident verspricht den Wiederaufbau.

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Nach dem verheerenden Erdrutsch in Kolumbien mit mehr als 250 Toten hat die Farc-Guerilla ihre Mithilfe beim Wiederaufbau der Stadt Mocoa angeboten. Der Chefunterhändler der Rebellen, Iván Márquez, sagte am Sonntag, die Rebellen hätten im Gespräch mit ihm den Wunsch geäussert, nach Mocoa zu gehen, um dort zu arbeiten und beim Wiederaufbau zu helfen.

Die Farc sei «sehr betrübt» über die Tragödie. Sintflutartige Regenfälle hatten am Freitagabend im Süden Kolumbiens Erdrutsche ausgelöst. In den Schlamm-Massen kamen mindestens 250 Menschen ums Leben. Betroffen war vor allem die 40'000-Einwohner-Stadt Mocoa.

Der im November geschlossene Friedensvertrag zwischen Regierung und Guerilla sieht vor, dass die rund 7000 Kämpfer der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) ihre Waffen unter Aufsicht der UNO in landesweit 26 Entwaffnungszonen niederlegen. Der Prozess begann Anfang März, bis Ende Mai soll die Entwaffnung abgeschlossen sein.

Mit dem Friedensabkommen soll der seit 1964 andauernde Konflikt zwischen der Armee und der Farc, anderen linksgerichteten Guerillagruppen und rechten Paramilitärs beigelegt werden, in dem mehr als 260'000 Menschen starben. Etwa sieben Millionen Menschen wurden zur Flucht gezwungen, mehr als 60'000 werden vermisst.

Präsident verspricht Wiederaufbau

Nach den Überflutungen und Schlammlawinen in der südkolumbianischen Stadt Mocoa hat Präsident Juan Manuel Santos einen raschen Wiederaufbau zugesichert. «Mocoa wird besser dastehen als zuvor», sagte Santos bei seinem Besuch im Katastrophengebiet.

Unter den 254 Toten seien 43 Kinder, erklärte Präsident Juan Manuel Santos am Sonntag auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter. «Leider handelt es sich immer noch um vorläufige Zahlen.» Der Präsident begab sich am Sonntag nach Mocoa, um die Rettungsmassnahmen und Aufräumarbeiten zu beaufsichtigen.

Neue Wasserleitung

Wie Retter berichteten, wurden Leichen sogar von Bäumen geborgen, die Wasser- und Schlammlawine in Mocoa sei bis zu vier Meter hoch gewesen. Die Strom- und Wasserversorgung waren weiterhin unterbrochen.

Santos versprach, eine neue Wasserleitung bauen zu lassen, die eine Trinkwasserversorgung für alle Bürger garantiere. Er dankte Chinas Präsidenten Xi Jinping für das Bereitstellen von einer Million Dollar an Soforthilfe. Mocoa liegt in der Nähe der Grenze zu Ecuador.

Sieben Brücken wurden durch die Katastrophe beschädigt, zwei wurden komplett weggerissen. In der Nacht auf Samstag hatte heftiger Regen drei Flüsse in der Stadt am Fuss der Anden zu reissenden Strömen anwachsen lassen – über Berghänge schossen Wasser- und Schlammmassen in die Stadt hinein.

Angst vor Ausbruch von Seuchen

17 der 40 Wohnviertel der 40'000-Einwohner-Stadt wurden beschädigt, hunderte Häuser mitgerissen oder unter Geröllmassen begraben. Zehn Tankwagen mit Trinkwasser wurden nach Mocoa geschickt, 16 weitere sollen folgen; die Strom- und Wasserversorgung ist zusammengebrochen.

Es wurden drei Krankenstationen eingerichtet, neben der Versorgung der Verletzten geht es darum, den Ausbruch von Seuchen in Mocoa zu verhindern, hiess es. Von insgesamt 200 Verletzten wurden knapp 70 in andere Städte transportiert. Insgesamt 500 Kilogramm an Medikamenten wurden nach Mocoa gebracht.

Santos betonte, beim Wiederaufbau sollten stabilere Häuser als bisher gebaut werden. Neben tausenden Helfern waren zehn Helikopter, sechs Flugzeuge, sieben Boote und 63 Fahrzeuge bei den Rettungsarbeiten im Einsatz. Aus dem Ausland kamen zahlreiche Beileidsbekundungen und Unterstützungsangebote. Papst Franziskus sagte in Rom, er bete für die Opfer und fühle mit den Angehörigen und den Rettern. (chk/sda)

Erstellt: 03.04.2017, 06:41 Uhr

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