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Fast 200 Tote in Nova Friburgo

Nach den schweren Unwetter in Brasilien ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 420 gestiegen. Eine von Schweizer Auswanderern gegründete Stadt hat es besonders stark getroffen.

Die Fluten liessen nicht viel übrig: Ein Mann untersucht am 21. Januar die Trümmer in einer Kirche in Nova Friburgo.
Die Fluten liessen nicht viel übrig: Ein Mann untersucht am 21. Januar die Trümmer in einer Kirche in Nova Friburgo.
Keystone
Brasilien reagiert mit technischer Innovation auf seine schlimmste Naturkatastrophe: Hilfsarbeiter bei den Bergungsarbeiten am 19. Januar in Nova Friburgo.
Brasilien reagiert mit technischer Innovation auf seine schlimmste Naturkatastrophe: Hilfsarbeiter bei den Bergungsarbeiten am 19. Januar in Nova Friburgo.
Keystone
Ein Luftperspektive über zerstörte Stadtteile von Teresópolis.
Ein Luftperspektive über zerstörte Stadtteile von Teresópolis.
Keystone
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Bei einer der schwersten Unwetter-Katastrophen in Brasilien seit Jahrzehnten sind im Umland von Rio de Janeiro mehr als 420 Menschen ums Leben gekommen. Hunderte Rettungskräfte standen im Katastrophengebiet nördlich der Metropole im Einsatz. Es wurde befürchtet, dass die Zahl der Opfer weiter deutlich steigt. Das brasilianische Rote Kreuz sprach am Donnerstag von chaotischen Zuständen. Meteorologen sagten weitere Regenfälle für die gebirgige Serrana-Region voraus.

Im Ort Teresópolis rund 100 Kilometer von Rio entfernt bot sich ein Bild der Verwüstung. Allein in diesem Ort starben nach Erdrutschen und Überschwemmungen 176 Menschen. Überlebende gruben im Dunkeln mit blossen Händen oder mit einfachen Stöcken nach Angehörigen und Nachbarn. Einige Menschen versuchten, sich auf Bäumen vor den Sturzfluten zu retten. In Nova Friburgo, einer Stadt die 1820 von Schweizer Auswanderern gegründet worden war, kamen 199 Menschen ums Leben. Häuser stürzten unter dem Druck meterhoher Schlammfluten ein, Autos und Lastwagen wurden fortgespült.

In São Paulo, wo seit Sonntag etliche wichtige Strassen wegen Überschwemmungen gesperrt sind, kamen 21 Menschen beim Einsturz ihrer Häuser, in Erdrutschen oder bei Überschwemmungen ums Leben. Gouverneur Sergio Cabral rief die Marine auf, die Rettungskräfte mit Helikoptern zu unterstützen.

Lage ist chaotisch

In einigen Städten brachen die Stromversorgung und das Telefonnetz zusammen. Immer noch hatten die Rettungskräfte wegen der andauernden Regenfälle Schwierigkeiten, zu allen Unglücksorten vorzudringen.

«Tsunami, Haiti - Sie können es nennen wie sie wollen. Die Situation ist chaotisch. Das, was passiert ist, liegt völlig ausserhalb dessen, was wir in dieser Serrana-Region je gesehen haben», sagte ein Rot-Kreuz-Mitarbeiter. In lokalen Medien war von der grössten Naturkatastrophe seit mehr als vier Jahrzehnten die Rede. Im Januar 1967 waren bei Überschwemmungen 300 Menschen getötet worden.

Hilfe versprochen

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff wollte sich in der Krisenregion ein Bild von der Lage machen. Sie stellte erste Soforthilfen in Höhe von 780 Millionen Reais (knapp 400 Millionen Franken) in Aussicht.

In Brasilien sind die saisonalen Regenfälle in diesem Jahr besonders verheerend ausgefallen. An manchen Orten fielen bis zu 26 Zentimeter Niederschlag in weniger als 24 Stunden. Mehr als 100'000 Menschen verloren bisher in vier südöstlichen Bundesstaaten infolge der Unwetter ihr Obdach.

SDA/jak

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