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FBI sprengt Drogenring im Internet

Ecstasy, Marihuana und Kokain: Auf der geheimen Plattform «Silk Road 2.0» wurden Drogen und illegale Dienstleistungen umgeschlagen. Nun ist dem FBI und Europol ein Coup gelungen.

Gesperrt: Die Website von «Silk Road 2.0» nach der Verhaftung des mutmasslichen Betreibers. (6. November 2014)
Gesperrt: Die Website von «Silk Road 2.0» nach der Verhaftung des mutmasslichen Betreibers. (6. November 2014)
Daniel Becerril, Reuters

Das FBI hat den mutmasslichen Betreiber einer berüchtigten Internet-Drogenplattform festgenommen. Ein 26-jähriger Programmierer aus San Francisco soll das illegale Online-Drehkreuz «Silk Road 2.0» betrieben haben. Der Mann sei bereits am Mittwoch in San Francisco verhaftet worden, teilte die US-Bundespolizei mit.

Bei der globalen Aktion hatten Fahndungsbehörden international zusammengearbeitet. In Europa koordinierte Europol in Den Haag das Vorgehen. Insgesamt 16 europäische Länder seien beteiligt gewesen, teilte Europol mit.

Ziel der Aktion sei es gewesen, verschiedene illegale Marktplätze vom Netz zu nehmen, erklärte Europol. Erstmals sei man auch im sogenannten Darknet, einem Netzwerk, in dem Nutzer ihre Spuren mit verschiedenen Methoden verwischen, fündig geworden, sagte Troels Oerting, Chef des europäischen Cybercrime Centers von Europol. Insgesamt seien 17 Verdächtige festgenommen worden, die mutmasslich am Betrieb der Plattformen und am illegalen Handel beteiligt gewesen seien.

Heroin und Waffen

«Silk Road 2.0» war eine geheime Plattform, auf der illegale Dienstleistungen und Drogen umgeschlagen wurden. Neben Ecstasy und Marihuana seien dort laut «San Francisco Chronicle» etwa auch braunes Heroin-Pulver aus Afghanistan oder reines Kokain angeboten worden. Auch illegale Waffen und Auftragsmörder seien verschoben worden, sagte Kumar Kibble, ein Mitarbeiter der US-Behörde Homeland Security Investigations.

Die Bezahlung erfolgte demnach in der digitalen Währung Bitcoin, die anonyme Finanztransaktionen ermöglicht. Der Betreiber habe 4 bis 8 Prozent vom verkauften Warenwert als Kommission eingestrichen. Das habe ihm nach Angaben der Ermittler im Monat rund 400'000 Dollar eingebracht. Bei der Festnahme fanden die US-Ermittler bei dem Tatverdächtigen auch 100'000 Dollar in bar. Der 26-Jährige soll auch mit gefälschten Ausweispapieren gehandelt haben.

Rund 150'000 Nutzer

Die erste «Silk Road«-Website war im Oktober 2013 von den Behörden geschlossen worden. Nur fünf Wochen später sei dann «Silk Road 2.0» ans Netz gegangen. Die Plattform soll im sogenannten Tor-Netzwerk betrieben worden sein, in dem die Verbindungsdaten automatisch anonymisiert werden. Rund 150'000 Nutzer sollen auf der Plattform unterwegs gewesen sein.

Der Festgenommene, der früher bei dem privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX beschäftigt war, werden Drogenhandel, Computer-Hacking, Geldwäsche und Handel mit gefälschten Ausweisen vorgeworfen, wie das FBI erklärte. Diese Anklagepunkte könnten den Mann für Jahrzehnte hinter Gitter bringen.

(SDA)

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