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Filipinos heben Massengräber aus

Über 700 Tote, mehr als 900 Vermisste: Auf den Philippinen kommen die Behörden mit der Bewältigung der Überschwemmungen kaum nach. Die Leichenhäuser sind voll, die Angst vor Seuchen wächst.

Warten auf Essen: Frauen und Kinder in der philippinischen Stadt Iligan stehen in einer Schlange im Unterkunftszentrum in Iligan. (26. Dezember 2011)
Warten auf Essen: Frauen und Kinder in der philippinischen Stadt Iligan stehen in einer Schlange im Unterkunftszentrum in Iligan. (26. Dezember 2011)
AFP
Die Einwohner werden mit Notrationen versorgt: Ein philippinisches Mädchen trägt einen gefüllten Sack auf der Schulter. (26. Dezember 2011)
Die Einwohner werden mit Notrationen versorgt: Ein philippinisches Mädchen trägt einen gefüllten Sack auf der Schulter. (26. Dezember 2011)
Keystone
Werden gerettet: Überlebende in einem Gummibot in Cagayan de Oro. (17. Dezember 2011)
Werden gerettet: Überlebende in einem Gummibot in Cagayan de Oro. (17. Dezember 2011)
Keystone
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Dramatische Lage im Süden der Philippinen: Bei der Überschwemmungskatastrophe sind mindestens 725 Menschen ums Leben gekommen. Das teilten das philippinische Amt für Zivilschutz und das Rote Kreuz mit. Mehr als 900 Menschen gelten laut Rotem Kreuz als vermisst. Viele Leichenhäuser sind überfüllt, Massengräber werden ausgehoben. Zudem geht in der Region das Trinkwasser aus, die Angst vor möglichen Seuchen wächst.

Viele Menschen suchen verzweifelt nach ihren Angehörigen. Im Chaos der Bergung und Aufräumarbeiten sei es schwierig zu sagen, ob einige der Vermissten nicht unter den Toten waren oder sich retten konnten, sagte Zivilschutzleiter Benito Ramos. Helfer hatten viele Ortschaften noch gar nicht erreicht.

Viele Strassen waren von Erdrutschen verschüttet. Der braune Schlamm verwüstete etliche Häuser in Dörfern und Städten. Viele Bewohner kehrten in zerstörte Orte zurück und versuchten, Überbleibsel ihres Hab und Guts zu retten. Flüchtlinge wurden in Kirchen und auf Sportplätzen notdürftig untergebracht.

Leichen werden eingefroren

Allein in den beiden Städten Cagayan de Oro und Iligan in der südlichen Region Mindanao wurden 625 Menschen getötet. In anderen Provinzen kamen weitere hundert Menschen ums Leben. In dem Katastrophengebiet mache sich der Gestank von verwesten Leichen und Tierkadavern breit, sagte Ramos.

Die Stadt Iligan begann damit, zwei Gemeinschaftsgräber auszuheben. Bis zu 50 der mindestens 227 in Iligan geborgenen Leichen sollten zusammen bestattet werden, sagte Bürgermeister Lawrence Cruz.

Im etwa 90 Kilometer entfernt gelegenen Cagayan de Oro, wo mehr als 330 Menschen getötet worden waren, wurde dagegen noch kein Ort für ein Massengrab gefunden. Noch innerhalb einer Woche solle es aber ein Massenbegräbnis geben, sagte Bürgermeister Vicente Emano.

«Wir werden die Leichen einfrieren lassen, damit sie vor der Beisetzung identifiziert werden können», sagte Gesundheitsminister Enrique Ona. So solle auch die Gefahr von Seuchen gebannt werden.

Wasserversorgung beeinträchtigt

Hilfsorganisationen und Behörden schickten Trinkwasser in die Gebiete, weil dort die Vorräte ausgingen. Die Fluten beeinträchtigten die Wasserversorgung in dem Grossraum Cagayan de Oro. Ein Wasserwerk sei zerstört, sagte eine Sprecherin der Wasserbehörde.

Der Tropensturm «Washi» fegte in der Nacht zu Samstag über die Insel Mindanao 800 Kilometer südlich von Manila. Zwölf Stunden Dauerregen liessen die Flüsse anschwellen.

In der Nacht trat das Wasser über die Ufer und rauschte teils meterhoch durch die Strassen und Ortschaften. Die meisten Opfer wurden im Schlaf überrascht.

Vorwürfe gegen Präsidenten

Präsident Benigno Aquino geriet derweil in die Kritik. Er wehrte sich gegen Vorwürfe, er habe inmitten der Trauer seines Landes um die Flutopfer eine ausgelassene Party gefeiert.

Das Präsidialbüro teilte mit, Aquino sei am Sonntag lediglich etwa 30 Minuten auf der Weihnachtsfeier seines Sicherheitsdienstes geblieben. Er sei aber nicht auf die Bühne getreten und habe weder gesungen noch getanzt.

Ins Rollen gekommen waren die Vorwürfe gegen Aquino, nachdem die philippinische Schauspielerin und Moderatorin Valerie Concepcion via Twitter von ihrer Begegnung mit dem 51-Jährigen auf der Feier berichtet hatte.

SDA/miw

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