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Fischereischiff sinkt innerhalb von 15 Minuten

132 Personen an Bord eines russischen Schleppers sinken im eiskalten Ochotskischen Meer. Mehr als 50 Menschen sind tot, es wird nach Vermissten gesucht.

Treibeis könnte beim Unglück eine Rolle gespielt haben: Ein anderer Fischtrawler in der Region, wo die Dalni Wostok versank. (Video: Reuters)

Beim Untergang eines russischen Fischereischiffs vor der Halbinsel Kamtschatka sind mindestens 55 Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Weitere 14 der 132 Menschen an Bord werden noch vermisst. Immerhin gelang es rund 25 Fischerbooten in der Nähe, 63 Menschen zu retten.

Warum die Dalni Wostok im Ochotskischen Meer unterging, ist unklar. Die Nachrichtenagentur Interfax sprach davon, dass Treibeis eine Rolle gespielt haben könnte. Ein Notruf sei nicht abgesetzt worden. Eine Untersuchungskommission erklärte, am wahrscheinlichsten sei, dass der Trawler mit einem im Meer treibenden Objekt zusammengestossen sei. Berichten zufolge stammten die Crewmitglieder aus Russland, Lettland, der Ukraine, Burma und dem Südsee-Archipel Vanuatu.

Das Schiff sei innerhalb von 15 Minuten gesunken, nachdem der Maschinenraum überflutet worden war, berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass.

2014 wurde der Schlepper aufgekauft und neu getauft: Die Dalni Wostok in Las Palmas auf den Kanarischen Inseln. (20. März 2013)
2014 wurde der Schlepper aufgekauft und neu getauft: Die Dalni Wostok in Las Palmas auf den Kanarischen Inseln. (20. März 2013)
Patalavaca, AFP
Nach dem Unglück strömen Schiffe im Ochotskischen Meer aus, um nach dem gesunkenen Trawler zu suchen. (2. April 2015)
Nach dem Unglück strömen Schiffe im Ochotskischen Meer aus, um nach dem gesunkenen Trawler zu suchen. (2. April 2015)
AFP
Das russische Notfallministerium entsandte einen Helikopter mit Rettungskräften und Ärzten an den Unglücksort. (2. April 2015)
Das russische Notfallministerium entsandte einen Helikopter mit Rettungskräften und Ärzten an den Unglücksort. (2. April 2015)
AFP
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Präsident Wladimir Putin sei über die Rettungsaktion informiert worden, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. An der Bergung der Seeleute beteiligten sich dem Zivilschutz zufolge 26 Schiffe, die sich in der Nacht zum Donnerstag in der Nähe aufhielten.

Rettungseinsatz verschoben

Die Behörden in der Regionalhauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski schickten einen Helikopter mit Ärzten zur Versorgung der Geretteten. Einige von ihnen wurden zunächst auf ein anderes Schiff gebracht und sollten mit einem Helikopter aufs Festland geflogen werden. Wegen starken Windes musste der Rettungseinsatz zunächst aber verschoben werden. Für Familienangehörige der Crew sei eine Telefon-Hotline eingerichtet worden. Insgesamt seien 1300 Personen an der Rettungsaktion beteiligt.

Das Ochotskische Meer liegt im ostasiatischen Teil Russland nördlich von Japan. Es ist ein Randmeer des Pazifischen Ozeans. Die Halbinsel Kamtschatka ist von der Fläche her etwas grösser als Deutschland, jedoch mit einer Bevölkerungszahl von weniger als 400'000 Menschen deutlich geringer besiedelt.

Das Unglück geschah im Ochotskischen Meer vor der Halbinsel Kamtschatka. Die Geretteten werden nun in die Hafenstadt Magadan gebracht.

sda/AP/thu/bru

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