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Flammeninferno in Shangri-La

Die Altstadt von Dukezong gilt als Touristenattraktion. Ihre engen Gassen werden ihr nun zum Verhängnis: Die Feuerwehrfahrzeuge können einen Brand nicht löschen, weil sie nicht durchkommen.

Historische Häuser bedroht: Feuerwehrmänner stützen ein Holzgebäude (11. Januar 2014)
Historische Häuser bedroht: Feuerwehrmänner stützen ein Holzgebäude (11. Januar 2014)
AFP
Kampf gegen das Inferno: Feuerwehrmänner versuchen die Flammen zu löschen. (11. Januar 2014)
Kampf gegen das Inferno: Feuerwehrmänner versuchen die Flammen zu löschen. (11. Januar 2014)
Reuters
Erst vor wenigen Tagen war eine andere tibetische Kultstätte niedergebrannt: Feuerroter Himmel über Dukezong (11. Januar 2014)
Erst vor wenigen Tagen war eine andere tibetische Kultstätte niedergebrannt: Feuerroter Himmel über Dukezong (11. Januar 2014)
AFP
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Ein zehn Stunden lang wütender Grossbrand hat den historischen Bezirk einer tibetischen Stadt im Südwesten Chinas zerstört. Mehr als 240 Häuser und Geschäfte fielen den Flammen in dem mehr als tausend Jahre alten Ort Dukezong zum Opfer, teilte die Regierung der Präfektur Degen mit. Mehr als 2600 Menschen flohen aus ihren Häusern. Rund 2000 Feuerwehrleute, Soldaten, Polizisten und freiwillige Helfer waren zur Stelle, konnten die Flammen aber erst nach etwa zehn Stunden unter Kontrolle bringen. Die Einsatzfahrzeuge kamen wegen der engen Gassen nicht zum Brandherd.

Angaben über Tote oder Verletzte lagen nicht vor. Unklar war auch die Ursache für das Feuer, das in einem Gasthof ausgebrochen war. Vermutlich handelte es sich um einen Unfall, Brandstiftung wurde ausgeschlossen.

Die meisten Gebäude waren aus Holz gebaut. Das Feuer fand wegen des trockenen Wetters leicht Nahrung. Auf Fotos und Videoaufnahmen war der feuerrote Nachthimmel über Dukezong zu sehen. Die Stadt liegt in der südwestlichen Provinz Yunnan.

Über 240 Häuser zerstört

Einwohnerin He Yu sagte, sie sei durch einen lauten, explosionsartigen Knall aufgewacht. «Das Feuer war gross. Der Wind blies stark, und die Luft war trocken. Ich hatte Angst, weil mein Haus nicht weit weg ist von der historischen Stadt.» Die Feuerwehrleute hätten nicht viel tun können, weil sie mit ihren Fahrzeugen nicht in die engen Strassen der Altstadt gekommen seien.

Die Stadt war bekannt für ihre gut erhaltenen historischen Strassen, Bauten und die tibetische Kultur. In den vergangenen Jahren siedelten sich viele Pensionen und Geschäfte an. Der Ort liegt im landschaftlich reizvollen Shangri-La-Bezirk, der bis 2001 noch Gyaitang Zong hiess.

Mit der Namensänderung wurde erhofft, mehr Touristen anzuziehen. In einer Novelle hatte der britische Schriftsteller James Hilton 1933 das mythische Land im Himalaya beschrieben. Tatsächlich profitiert der Bezirk seitdem von Einnahmen durch Tourismus. Auch Hunderte andere chinesische Städte liessen ihre historischen Strassen wieder aufbauen, um Touristen anzulocken.

AFP/wid

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