«Fliegender Mann» stürzt in den Ärmelkanal

Der Extremsportler Franky Zapata ist mit seinem Rekordversuch zur Überquerung des Ärmelkanals gescheitert.

Kurz danach stürzte er ins Meer: Der Start mit seinem Flyboard Air verlief für Franky Zapata noch gut. (25. Juli 2019) Video: AFP

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Riesige Enttäuschung in Frankreich: Der «fliegende Mann», Franky Zapata, stürzte am Donnerstag wenige Minuten nach seinem Start im nordfranzösischen Sangatte mit seinem Flyboard Air ins Wasser, wie sein Team mitteilte. Rettungskräfte zogen ihn aus den Wellen. Nach Angaben aus seinem Umfeld blieb Zapata unverletzt.

Ein Mitglied seines Teams, Stéphane Denis, sprach im Fernsehsender BFM-TV von einer «enormen Enttäuschung». Er sagte voraus, dass der Extremsportler seinen Rekordversuch zu einem späteren Zeitpunkt wiederholen werde.

Ähnlich äusserte sich auch Zapatas Frau Krystel. «Franky geht es gut», sagte sie nach einem Telefonat mit ihrem Mann. «Natürlich ist er sehr enttäuscht, aber er lässt sich von Misserfolgen nicht entmutigen.» Er werde womöglich schon sehr bald einen neuen Flugversuch starten.

Hunderte Schaulustige beobachteten den Start des Extremsportlers. Foto: Denis Charlet/AFP

Der Bürgermeister von Sangatte, Guy Allemand, sagte der Nachrichtenagentur AFP, Zapata sei vor dem geplanten Tankstopp auf einem Schiff im Ärmelkanal ins Wasser gestürzt. «Es fehlten nur wenige Meter - er war ganz nahe bei dem Schiff», sagte Allemand. Er sei von Tauchern aus dem Meer gezogen worden. Danach habe er zunächst mit seiner Frau telefoniert und sie beruhigt.

Grosse Enttäuschung herrschte auch bei den hunderten Schaulustigen, die sich am Strand von Sangatte versammelt hatten. Sie sahen zu, wie der mit einem schwarzen Helm und einem schwarz-roten Schutzanzug bekleidete Extremsportler um kurz nach neun Uhr morgens von einer Plattform auf einem Parkplatz startete.

Die Menge verfolgte seinen Flug zum Teil mit Ferngläsern, bis Zapata im Dunst vor der Küste verschwand. Für die 35 Kilometer von Nordfrankreich bis in die Nähe des südenglischen Dover hatte Zapata rund 20 Minuten Flugzeit vorgesehen.

Für Scharfschützen und Rettungseinsätze

Der gescheiterte Überflug ist ein massiver Rückschlag für Zapatas Erfindung, das Flyboard Air. Dabei handelt es sich um eine Plattform mit fünf kleinen Düsentriebwerken, die unter die Füsse geschnallt wird. Navigiert wird mit einer Art Joystick. Zapata hat das Gerät mit seiner Firma in Marseille entwickelt.

Die französische Armee hat Interesse an einer militärischen Nutzung für fliegende Scharfschützen, es könnte nach Zapatas Vorstellung aber auch für zivile Rettungseinsätze oder in der Industrie zum Einsatz kommen. Hervorgegangen ist das Flyboard Air aus dem Flyboard: einer Art Hydro-«Flugzeug», mit dem der Jetski-Weltmeister aus dem Wasser abheben konnte.

Kerosin im Rucksack

Den Treibstoff trug der Extremsportler in einem Rucksack auf dem Rücken. Da es nur für rund zehn Minuten reicht, wollte er auf einem Schiff im Ärmelkanal Kerosin nachladen. Der Tankstopp sollte in englischen Gewässern rund 18 Kilometer von der französischen Küste erfolgen. Nach Angaben aus Zapatas Team war das Meer bewegt - aber nicht mehr als bei Testflügen.

Beim französischen Nationalfeiertag am 14. Juli hatte Zapata für Verblüffung gesorgt, als er mit dem Flyboard Air gut eine Minute lang über den Pariser Boulevard Champs-Elysées flog.

Zapata hatte den Rekordversuch als eine der «grössten sportlichen Herausforderungen» seines Lebens bezeichnet. Sein Vorbild war der Luftfahrtpionier Louis Blériot: Vor 110 Jahren, am 25. Juli 1909, hatte der Franzose mit dem imposanten Schnäuzer als erster Mensch den Ärmelkanal überflogen. (sda)

Erstellt: 25.07.2019, 12:27 Uhr

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