Zum Hauptinhalt springen

Flüchtete Faïd nach seinem spektakulären Ausbruch in die Schweiz?

Redoine Faïd ist der meistgesuchte Mann Europas, seit er mithilfe von Sprengstoff aus einem Gefängnis in Frankreich geflüchtet ist. Der Gangster lobte die Schweiz in seinem Buch als «guten Ort, um sich abzusetzen».

Hier griff die Polizei Faïd auf: Medienvertreter vor dem Hotel in Pontault-Combault. (29. Mai 2013)
Hier griff die Polizei Faïd auf: Medienvertreter vor dem Hotel in Pontault-Combault. (29. Mai 2013)
Keystone
Aufgesprengt: Die Tür zum Gefängnis von Sequedin, durch die Faïd flüchtete. (14. April 2013)
Aufgesprengt: Die Tür zum Gefängnis von Sequedin, durch die Faïd flüchtete. (14. April 2013)
AFP
Hier sass Faïd seit Juni 2011 ein: Die Haftanstalt Sequedin nahe Lille. (13. April 2013)
Hier sass Faïd seit Juni 2011 ein: Die Haftanstalt Sequedin nahe Lille. (13. April 2013)
AFP
1 / 5

«Wo ist Redoine Faïd? In der Schweiz?», fragt sich das Westschweizer Nachrichtenportal Lematin.ch. Der Gangster, der aus einem Gefängnis in Frankreich ausgebrochen ist, habe seine Liebe für die Schweiz nie verheimlicht und sich schon früher hier vor der französischen Polizei versteckt. Auch in seinem 2010 veröffentlichten Buch, in dem er sich als geläuterter Krimineller darstellt, komme die Schweiz vor.

Die Schweiz sei ein exzellenter Ort, um sich abzusetzen, da die Zöllner hier gegenüber den Ausreisenden nicht so misstrauisch seien, schrieb Faïd. Er sei auch schon verdächtigt worden, Konten bei Schweizer Banken zu besitzen, aber das sei «niemals bewiesen worden». Viele französische Kriminelle unternähmen Beutezüge in der Schweiz, da es hier mehr zu holen gebe und die Polizei sie bei der Flucht nach Frankreich nicht allzu weit verfolge.

Internationaler Haftbefehl wurde erlassen

Nach der spektakulären Flucht des Schwerverbrechers Faïd aus einem Gefängnis in Frankreich läuft die Fahndung auf Hochtouren. Die internationale Polizeibehörde Interpol rief am Montag ihre 190 Mitgliedstaaten auf, den als besonders gefährlich eingestuften Ausbrecher zu schnappen. Zuvor hatte die französische Regierung bereits einen Haftbefehl für den europäischen Schengen-Raum angekündigt.

Faïd hatte am Samstag in der Haftanstalt von Sequedin nahe Lille in Nordfrankreich vier Wärter als Geiseln genommen und fünf Gefängnistüren gesprengt, um ins Freie zu gelangen. Die Geiseln liess der 40-Jährige später unverletzt frei. In Frankreich und im nahe gelegenen Belgien lief sofort eine Grossfahndung an.

Der Polizei schon mehrmals entwischt

Zunächst war unklar, wie Faïd an Waffen und Sprengstoff gekommen war; es wurde gemutmasst, dass sie ihm möglicherweise während der Besuchszeit zugesteckt worden waren.

Faïd wird unter anderem für einen Raubüberfall im Mai 2010 verantwortlich gemacht, bei dem eine junge Polizistin im Département Val-de-Marne getötet wurde. Nachdem er der Polizei immer wieder entwischt worden war, wurde er im Juni 2011 gefasst.

Im Jahr 2010 hatte er bei einer Buchvorstellung im Fernsehen gestanden, dass er sich durch Kinofilme für seine Raubüberfälle habe inspirieren lassen, insbesondere durch den Film «Heat» von Michael Mann. Damals trat er als reuiger Verbrecher auf.

SDA/fko

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch