Flugausfälle in Zürich: Auch heute sind Flüge annulliert

Verschiedene Flughäfen in Europa kämpfen mit dem rauen Wetter. Betroffen sind unter anderem Zürich, London, Amsterdam und Lugano.

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Insgesamt 40 Starts und 40 Landungen sind am Sonntag am Flughafen Zürich annulliert worden. Verantwortlich waren sowohl die schlechte Witterung vor Ort als auch starke Schneefälle an den Flughäfen in Nordwesteuropa.

Am Montagmorgen ist die Lage ruhig am Flughafen. Das, weil die umgebuchten Passagiere wieder nach Hause gegangen sind oder in Hotels übernachteten. Die Fluggesellschaften teilen den Passagieren mit, wann sie zum Flughafen kommen sollen, sagt Flughafensprecherin Sonja Zöchling auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet.

Allerdings sind am Montagmorgen noch 22 ankommende Flüge annulliert sowie 17 Abflüge. Das hat laut Zöchling damit zu tun, dass einzelne Flugzeuge wegen des Schneechaos vom Wochenende nicht dort sind, wo sie planmässig sein sollten. Vor allem Flüge aus Amsterdam, aus London und aus Norditalien sind betroffen, da es dort nach wie vor schneit. Die Pisten in Zürich seien schwarzgeräumt. «In Florenz und in Lugano schneit es immer noch.»

Hunderte Passagiere betroffen

Auch am Sonntag sei auf den Flughäfen in Düsseldorf, Amsterdam, London und Frankfurt viel Schnee gefallen, weshalb Flüge von dort hätten annulliert werden müssen, teilte ein Sprecher der Betriebsleitzentrale des Flughafens Zürich am Sonntag auf Anfrage mit. Er bestätigte zugleich verschiedene Medienberichte vom selben Tag.

Betroffen seien hunderte Passagiere. An einem normalen Tag würden in Zürich 700 Flugzeuge starten und landen. Für die kommenden Stunden kommt aus der Betriebsleitzentrale jedoch Entwarnung: Am Sonntagabend hätten die Temperaturen am Flughafen wieder bei sechs Grad gelegen, und deshalb sei nur noch Regen gefallen.

«Verwirrt» vor den Anzeigetafeln

«Es herrscht schon gestresste Stimmung hier», schildert ein Leserreporter die Situation vor Ort. Für viele Passagiere seien die Annullationen sehr überraschend gekommen, da das Wetter in Zürich selbst nicht so verheerend gewirkt habe. «Viele standen darum etwas verwirrt vor den Anzeigetafeln», so der Leserreporter weiter.

Er selbst hat Glück: Sein Flug nach Frankfurt geht erst am Montagmorgen, weshalb er im Radisson Blu Hotel übernachte. «Bis morgen hat sich die Lage hoffentlich wieder normalisiert.»

Eine weitere Leserin, die am Flughafen arbeitet, erzählt: «Die Leute sind genervt, weil sie zum Teil keinen gratis Zugang mehr zum Flughafen-Internet haben». Dieser verfalle nämlich nach zwei Stunden. Einen kleiner Trost konnte die Flughafenmitarbeiterin den gestrandeten Passagieren jedoch spenden: «Die Leute kamen zu uns ins Geschäft und fragten, ob sie ihre Handys bei uns aufladen können – da konnten wir mit Ladekabeln aushelfen.»

Hunderte Flüge in Frankfurt gestrichen

Der Wintereinbruch hat auch am Frankfurter Flughafen für Chaos gesorgt. In Erwartung der heftigen Schneefälle seien bis zum späten Nachmittag 330 Flüge gestrichen worden, sagte ein Sprecher der Betreibergesellschaft Fraport am Sonntag.

Derzeit seien nur je eine Bahn für Starts und für Landungen offen. Eine weitere sei geschlossen, eine vierte werde geräumt. Doch auch auf den geräumten Bahnen würden die vorgeschriebenen Bremswerte nicht immer erreicht, fügte der Sprecher hinzu. Er sprach von einer gewaltigen Aufgabe, die Bahnen immer wieder freizubekommen. Er hoffe, dass sich die Lage zum Abend wieder bessern werde, wenn die Temperaturen wie vorhergesagt steigen.

Probleme auch in Grossbritannien

Auch in Grossbritannien sorgte der heftigste Schneefall seit knapp fünf Jahren für Probleme im Bahn-, Flug- und Strassenverkehr. Der Wetterdienst gab für Wales und Mittelengland Alarmstufe Orange aus, in anderen Teilen des Landes, darunter in London, galt Alarmstufe gelb.

Der Flughafen der zweitgrössten Stadt Birmingham blieb bis zum frühen Nachmittag geschlossen, auf dem Flughafen Luton nördlich von London waren erst am Nachmittag alle Pisten wieder frei. Die Polizei von Wales und Mittelengland rief Autofahrer auf, ihre Wagen stehenzulassen, wenn sie es können. Wegen liegengebliebener Autos oder Unfällen waren mehrere Autobahnen und Strassen dort gesperrt. Die Spitäler in den zentralenglischen Midlands riefen über Twitter alle Besitzer von Geländefahrzeugen zur Mitnahme ihres Personals auf.

(kaf/sda)

Erstellt: 10.12.2017, 20:41 Uhr

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