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Franjo Pooth muss 1,8 Millionen zurückzahlen

Dem Ehemann von Werbestar Verona Pooth geht es jetzt auch ans private Portemonnaie. Der Pleite-Unternehmer hat einen Prozess gegen eine Bank verloren.

Der Pleitier und die Werbeikone: Franjo und Verona Pooth.
Der Pleitier und die Werbeikone: Franjo und Verona Pooth.
Keystone

Der Ehemann von Verona Pooth (ehemals Feldbusch) muss der deutschen Commerzbank 1,8 Millionen Euro plus Zinsen aus der eigenen Tasche zurückzahlen, wie das Landgericht Düsseldorf heute entschieden hat. Der Geschäftsmann hatte mit seinem Privatvermögen für Kredite der Bank an sein inzwischen insolventes Unternehmen Maxfield gebürgt. Pooth erschien nicht selbst zur Urteilsverkündung.

Richterin Annette Lehmberg sah den zwischen Pooth und dem Geldinstitut geschlossenen Bürgschaftsvertrag als wirksam an. Darin ist die Höchstbürgschaft sogar auf drei Millionen Euro festgelegt. Der Vertrag sei keineswegs wegen einer finanziellen Überforderung des Unternehmers sittenwidrig, erklärte sie in der Begründung. Schliesslich habe Pooth es als Geschäftsführer «selbst in der Hand» gehabt, sein Risiko durch eine entsprechende Geschäftspolitik zu steuern.

Das Gericht widersprach auch einem weiteren Argument von Pooths Anwalt Horst Rainer Pfaff: Dieser hatte erklärt, der Kreditrahmen sei auf eine Million Euro begrenzt gewesen, daher dürfe der Unternehmer nicht zur Rückzahlung eines höheren Betrags verpflichtet werden. Dagegen betonte Richterin Lehmberg, die Überschreitung des Kontokorrentkredits stelle keine Vertragsverletzung dar. Die Commerzbank sei nicht verpflichtet gewesen, Pooth davor zu schützen, das Geld in Anspruch zu nehmen: «Es wäre in diesem Fall vielleicht wünschenswert gewesen», fügte sie hinzu.

Zweite juristische Niederlage in kurzer Zeit

Der Forderung der Commerzbank wurde damit in vollem Umfang stattgegeben. Für Pooth ist es bereits die zweite juristische Niederlage in kurzer Zeit. Erst vor wenigen Wochen hatte das Landgericht eine einstweilige Verfügung gegen ihn bestätigt. Demnach darf er nicht weiter behaupten, sein ehemaliger Leibwächter sei in das Haus der Familie eingebrochen und habe private Unterlagen gestohlen.

Schon im März findet zudem der nächste Prozess einer Bank gegen Pooth statt. Dann geht es um eine Millionen-Forderung der Sparkasse Düsseldorf, die ihn ebenfalls als Bürgen in Anspruch nehmen will. Die Forderungen aller insgesamt 461 Gläubiger von Maxfield hatte Insolvenzverwalter Michael Bremen im Mai auf knapp 27 Millionen Euro beziffert.

Überdies ist Pooth wegen der Maxfield-Pleite auch ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten: Seit Februar wird gegen ihn wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung und Bestechung ermittelt. Das Unternehmen soll Mitte 2007 bereits insolvenzreif gewesen sein, angemeldet wurde die Pleite im Januar 2008. Zudem soll Pooth Sparkassenmitarbeitern teure Geschenke gemacht haben, um hohe Kredite zu bekommen. Im Mai hatte der 38-Jährige Selbstanzeige beim Finanzamt erstattet.

AP/vin

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