Frau übergibt Waffen ihres Mannes der Polizei und wird verhaftet

Ein Fall mit möglicher häuslicher Gewalt im US-Bundesstaat Florida sorgt für Aufsehen und Empörung.

Der Partnerstreit eskaliert: Courtney und Joseph Irby mussten beim Sheriff antraben. (AP/Keystone/15.Juni 2019)

Der Partnerstreit eskaliert: Courtney und Joseph Irby mussten beim Sheriff antraben. (AP/Keystone/15.Juni 2019)

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Weil sie die Schusswaffen ihres mutmasslich gewalttätigen Ehemannes der Polizei übergab, ist in Miami eine Frau festgenommen und des Diebstahls beschuldigt worden. Das Vorgehen der Polizei gegen die 32-jährige Courtney Irby im US-Bundesstaat Florida sorgt für Aufsehen und Empörung.

Irby hatte laut der Zeitung «Lakeland Ledger» Mitte Juni die Schusswaffen ihres Mannes, mit dem ein Scheidungsverfahren läuft, aus dessen Wohnung entwendet und in einem Polizeirevier abgegeben. Sie fürchtete, der Mann könnte die Waffen gegen sie oder ihre Kinder einsetzen.

Am Vortag hatte er nach einem Scheidungstermin dem Bericht zufolge mit seinem Auto ihr Fahrzeug gerammt und versucht, sie von der Strasse abzudrängen. Er wurde festgenommen, kam aber unter der Auflage frei, seine Waffen abzugeben.

Irby zweifelte, dass er das tun würde und schritt selbst zur Tat. Als sie die Waffen im Kommissariat abgeben wollte, wurde sie aber wegen Diebstahlsvorwürfen festgenommen und blieb sechs Nächte hinter Gittern. Die Polizei hatte ihren Ehemann kontaktiert, der daraufhin Anzeige erstattete.

Scharfe Kritik gegen die Behörden

Die demokratische Regionalabgeordnete Anna Eskamani kritisierte das Vorgehen der Behörden am Montag scharf und rief die Staatsanwaltschaft auf, das Verfahren gegen Irby einzustellen. Die Frau habe die Hilfe der Polizei gesucht und sich und ihre Kinder schützen wollen, schrieb Eskamani in einem Brief an die Staatsanwaltschaft.

«Wir sollten empört über ihre Festnahme sein, und ich fordere Sie auf, nicht weiter gegen sie zu ermitteln.» Es handle sich um einen «beängstigenden Präzedenzfall», dass jemand dafür bestraft werde, sich vor häuslicher Gewalt schützen zu wollen. (fal/afp)

Erstellt: 25.06.2019, 12:03 Uhr

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