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Freier Fall vom Rand des Weltalls geplant

Der Extremsportler Felix Baumgartner will nicht nur einen, sondern gleich vier Rekorde brechen – mit einem Sprung aus 36'000 Metern Höhe. Die Hauptprobe für das waghalsige Vorhaben ist gelungen.

Die Enttäuschung stand ihm nach dem Abbruch des letzten Versuchs ins Gesicht geschrieben: Felix Baumgartner muss in Roswell wieder aus der Kapsel aussteigen. (9. Oktober 2012)
Die Enttäuschung stand ihm nach dem Abbruch des letzten Versuchs ins Gesicht geschrieben: Felix Baumgartner muss in Roswell wieder aus der Kapsel aussteigen. (9. Oktober 2012)
Keystone
Nun soll am Sonntag ein neuer Anlauf genommen werden: Felix Baumgartner nach dem Abbruch der Mission. (9. Oktober 2012)
Nun soll am Sonntag ein neuer Anlauf genommen werden: Felix Baumgartner nach dem Abbruch der Mission. (9. Oktober 2012)
Keystone
Erfahrener Extremsportler: Baumgartner sorgte bereits 1999 in Rio de Janeiro für Aufsehen, als er von der Hand der Christusstatue in die Tiefe sprang.
Erfahrener Extremsportler: Baumgartner sorgte bereits 1999 in Rio de Janeiro für Aufsehen, als er von der Hand der Christusstatue in die Tiefe sprang.
Reuters
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Es wäre der höchste Absprung, der am längsten dauernde freie Fall, der höchste bemannte Ballonflug und das erste Mal, dass ein Mensch ohne Fluggerät die Schallgeschwindigkeit durchbricht: Mit seinem Sprung aus 36'000 Metern Höhe würde Felix Baumgartner vier Rekorde auf einmal aufstellen.

Der Plan: An Bord eines Stratosphärenballons soll der Extremsportler aus Österreich 36 Kilometer Höhe gewinnen. Dann will er sich vom Ballon in Richtung Erde stürzen – in einem freien Fall von mehr als fünf Minuten Dauer.

Erster Rekord vor 52 Jahren

Die Bewährungsprobe hat der Extremsportler aus Österreich bereits bestanden. In Texas hat er einen Druckkammertest absolviert, der die Bedingungen in Weltraumnähe simulierte. Der Test ist erfolgreich verlaufen, wie das Team von Raumfahrt-Experten berichtet, das Baumgartner beim Sprung begleitet. «Wir konnten die Tauglichkeit unseres Equipments verifizieren und planen nun die ersten bemannten Tests», sagt Ingenieur Art Thompson. Stattfinden wird die Mission in Roswell (New Mexico). Die Wetterbedingungen seien dort günstig, das Gebiet spärlich bevölkert und die nötige Infrastruktur vorhanden.

Wann es zum entscheidenden Sprung kommen wird, steht noch nicht fest. «Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise der Wetterlage», sagt Rebecca Jäckli von Red Bull Schweiz auf Anfrage von Redaktion Tamedia. Man wolle das Projekt aber noch in diesem Jahr zu Ende bringen.

Neue Daten für Medizin und Wissenschaft

Ebenfalls in Roswell wurde vor 52 Jahren jener Rekord aufgestellt, den Baumgartner nun brechen will: Colonel Joe Kittinger hatte sich damals auf 31'000 Metern Höhe aus einem offenen Ballon gestürzt. Kittinger steht Baumgartner nun bei seinem Projekt als Berater und Mentor zur Seite.

Baumgartner hat in seiner Karriere als Extremsportler schon viele spektakuläre Basejumps absolviert (siehe Kasten). Dieser Sprung im Rahmen der Mission «Red Bull Stratos» hat aber selbst für ihn eine ganz neue Dimension. Fünf Jahre hat er mit seinem Team aus führenden Technikern und Wissenschaftlern für die Entwicklung von Ausrüstung und Sicherheitsprotokollen aufgewendet.

Dem Basejumper geht es aber nicht nur darum, Rekorde zu brechen. «Ich will Pionierarbeit leisten und der Nachwelt etwas hinterlassen», sagt Baumgartner. Der Sprung soll neue Daten für Medizin und Wissenschaft liefern, mit denen beispielsweise Beschleunigungseffekte am menschlichen Körper bei Überschallgeschwindigkeit erforscht werden können. So soll dereinst die Sicherheit für Raumfahrt-Profis und potenzielle Weltraum-Touristen erhöht werden.

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