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Geiselnahme in Bank unblutig beendet

In Berlin überfiel ein Mann eine Filiale der Deutschen Bank und hielt über mehrere Stunden einen Angestellten fest. Er drohte, das Gebäude in die Luft zu sprengen. Der Geiselnehmer gab schliesslich freiwillig auf.

Banküberfall im gutbürgerlichen Bezirk: Polizisten vor dem Bankgebäude. (21. Dezember 2012)
Banküberfall im gutbürgerlichen Bezirk: Polizisten vor dem Bankgebäude. (21. Dezember 2012)
Reuters

Eine zehnstündige Geiselnahme in einer Bank in Berlin-Zehlendorf ist heute am frühen Morgen unblutig beendet worden. Der Polizei gelang es, den Täter in langen Verhandlungen zur Aufgabe zu überreden.

Zunächst liess der Mann seine 40 Jahre alte Geisel frei, dann stellte er sich den Beamten. Geisel und Täter blieben unverletzt. Anschliessend gingen Kriminaltechniker in die Bank an der Potsdamer Strasse, um zu prüfen, welche Waffen der Mann bei dem Überfall bei sich gehabt hatte. Die Polizei war mit rund 300 Einsatzkräften vor Ort.

Nervenkrieg

Ein Polizeisprecher zeigte sich nach dem Ende des Nervenkrieges gegen 1.20 Uhr sichtlich erleichtert. «Tolle Sache. Unblutig zu Ende gegangen. Das war uns wichtig», sagte er. Die langen Verhandlungen hätten letztlich zum Ziel geführt.

Zu dem Täter wollten die Ermittler zunächst keine Angaben machen. Er wurde nach seiner Festnahme zum Landeskriminalamt gebracht. Im Laufe von heute soll er vernommen und dem Haftrichter vorgeführt werden.

Täter soll «politische Immunität» gefordert haben

Die «Bild»-Zeitung beschreibt den Mann als einen 20 Jahre alten Deutschen, der eine Million Euro gefordert habe. Er soll gedroht haben, die Bank in die Luft zu sprengen. Kurz vor Mitternacht soll er mit einem Staatsanwalt telefoniert und «politische Immunität» gefordert haben. Dann wolle er «alles beenden», schreibt «Bild Online».

Zu den Forderungen des Täters hatte ein Polizeisprecher lediglich erklärt, er habe einen grösseren Geldbetrag und freies Geleit gefordert. Ziel sei eine «konfliktfreie Lösung», hatte er hinzugefügt.

Der Täter war gegen 15.30 Uhr in die Bankfiliale eingedrungen und hatte den 40-Jährigen als Geisel genommen. 20 weitere Mitarbeiter der Bank konnten über einen Notausgang fliehen. Zunächst war unklar, ob es eine von langer Hand geplante Tat war. Womöglich habe der Mann auch nicht von vornherein beabsichtigt, Geiseln zu nehmen, sagte ein Polizeisprecher.

Gelände um den Tatort weiträumig abgesperrt

Nach ihrem Eintreffen am Tatort riegelten die Einsatzkräfte das Gelände weiträumig ab. Unklar blieb zunächst, ob der Mann bewaffnet und im Besitz einer Bombe war. Die Absperrung rund um den Tatort wurde später auf einen Radius von rund 500 Metern erweitert. Zum Einsatz kamen auch Polizeihunde.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) meldeten erhebliche Beeinträchtigungen für mehrere Buslinien. Nach RBB-Informationen wurden die Betreiber von Tankstellen in der Umgebung des Tatortes aufgefordert, wegen der Gefahr einer Explosion ihre grossen Treibstofftanks abzusperren.

2003 Linienbus entführt

Zuletzt hatte in Berlin im April 2003 ein Geiselnehmer einen Linienbus nach einem Banküberfall im Stadtteil Schöneberg in seine Gewalt gebracht. Ein zweiter Bankräuber konnte zunächst entkommen. Von ursprünglich 20 Geiseln wurden im Verlauf einer mehrstündigen Irrfahrt durch die Stadt alle bis auf zwei freigelassen.

Nach viereinhalbstündiger Geiselnahme stürmte ein Spezialeinsatzkommando den entführten Bus, befreite die letzten beiden Geiseln unverletzt und nahm den 46-jährigen Entführer fest.

1995 durch Tunnel entkommen

Im Juni 1995 hatten sechs Männer eine Commerzbank, ebenfalls in Zehlendorf, überfallen und 16 Geiseln genommen. Als die Polizei nach 18 Stunden die Bank stürmte, waren die Täter mit einer Beute von knapp 16 Millionen D-Mark, darunter Lösegeld aber auch Goldbarren und Schmuck aus den Safes, durch einen selbst gegrabenen Tunnel entkommen. Sie wurden aber später gefasst und verurteilt.

dapd/mw/chk

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