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Gericht schätzt Holmes als prozessfähig ein

Dem Amokläufer von Aurora wird der Prozess gemacht. In einem mehr als 60-seitigen Bericht hat der zuständige Richter den 25-jährigen James Holmes als prozesstauglich erklärt.

War an der Verhaftung beteiligt: Polizeibeamter Jason Oviatt auf dem Weg in den Gerichtssaal. (7. Januar 2013)
War an der Verhaftung beteiligt: Polizeibeamter Jason Oviatt auf dem Weg in den Gerichtssaal. (7. Januar 2013)
Reuters
Polizist Justin Grizzle erzählt, was er an jenem Abend in Aurora erlebt hat. (7. Januar 2013)
Polizist Justin Grizzle erzählt, was er an jenem Abend in Aurora erlebt hat. (7. Januar 2013)
Reuters
Hier ereigneten sich die dramatischen Szenen: Eine Aufnahme zeigt den Kinokomplex am Tag.
Hier ereigneten sich die dramatischen Szenen: Eine Aufnahme zeigt den Kinokomplex am Tag.
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Der mutmassliche Kino-Amokläufer von Aurora im US-Bundesstaat Colorado muss sich vor Gericht verantworten. Richter William Sylvester schätzte den 25-Jährigen James Holmes am Donnerstag (Ortszeit) als prozesstauglich ein.

Zuvor hatte die Anklage in einer mehrtägigen Anhörung umfangreiches Beweismaterial vorgelegt, um zu beweisen, dass Holmes die Tat geplant hatte.

Holmes soll in der Nacht zum 20. Juli 2012 in die nächtliche Premiere des neuen «Batman«-Films im Kino von Aurora nahe Denver gestürmt sein und wahllos um sich gefeuert haben. Bei dem Amoklauf wurden zwölf Menschen getötet und Dutzende verletzt.

In seiner mehr als 60-seitigen Erklärung befand Richter Sylvester den Beschuldigten für prozesstauglich. Die Verteidigung hatte zunächst angedeutet, den Prozess wegen einer psychischen Erkrankung des Todesschützen verhindern zu wollen.

Am Mittwoch sagte Anwalt Daniel King dann, die Verteidiger hätten ihre Meinung geändert und wollten ihre Positionen in einem Prozess darlegen. Holmes' Anwälte verzichteten auf die Anhörung eigener Zeugen.

Holmes zeigt keinerlei Reaktion

Nach Ansicht des Richters gibt es zudem triftige Gründe zu glauben, dass der 25-Jährige die ihm zur Last gelegten Taten begangen hat. Sylvester berief die Beteiligten zur Anklageerhebung am Freitagmorgen (Ortszeit) ein. Dann sollten die insgesamt 166 Anklagepunkte verlesen werden.

Holmes wird unter anderem zwölffacher Mord vorgeworfen sowie vielfacher versuchter Mord. Ausserdem muss er sich wegen des Besitzes von Sprengstoff und Brandbeschleuniger verantworten.

Die Anklage hatte in dieser Woche eine Reihe von Zeugen und Beweismaterial präsentiert. Unter anderem spielte sie die Notrufe aus der Tatnacht vor, in denen Schüsse und chaotischer Lärm zu hören waren.

Zeugen sagten aus, dass Holmes in dem Kino zunächst Rauchbomben zündete und dann wahllos mit drei verschiedenen Waffen auf Anwesende feuerte. Polizisten beschrieben dem Gericht die blutigen Szenen vom Tatort. Holmes war während der Anhörung im Gerichtssaal, zeigte jedoch keinerlei Reaktion.

Tat soll geplant gewesen sein

Die Ankläger versuchten zu belegen, dass Holmes die Tat geplant hatte. Unter anderem soll der 25-Jährige von Mai bis Juli 2012 vier Schusswaffen und fast 6300 Schuss Munition sowie Brandbeschleuniger gekauft haben.

Die Staatsanwaltschaft zeigte ausserdem Fotos, die Holmes vor dem Amoklauf mit seinem iPhone von sich aufgenommen hatte. Darauf posiert er mit einer Pistole in der Hand. Einige Fotos deuteten nach Ansicht der Staatsanwaltschaft zudem darauf hin, dass Holmes das Kino wochenlang auskundschaftete.

Waffengesetz-Debatte neu entfacht

Der Amoklauf von Aurora hatte in den USA eine erneute Debatte über mögliche strengere Waffengesetze ausgelöst. Seit der Tat im vergangenen Sommer sorgten in dem Land weitere Schiessereien für Entsetzen.

So tötete Mitte Dezember ein 20-Jähriger in einer Schule in Newtown im Bundesstaat Connecticut 20 Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren sowie sechs Frauen. Er erschoss sich schliesslich selbst. Zuvor hatte er zu Hause seine Mutter getötet.

Am Donnerstag schoss ein 16-Jähriger in einer Schule in Kalifornien auf einen Gleichaltrigen und verletzte ihn schwer. Er konnte wenig später festgenommen werden.

SDA/kle

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