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Gesuchter Millionenbetrüger bei Verkehrskontrolle aufgeflogen

Nach einer langjährigen Flucht ist in der Spielerstadt Las Vegas ein deutscher Finanzbetrüger festgenommen worden. Er hatte mit einem Schneeballsystem Kunden unter anderem in der Schweiz angelockt.

Der deutsche Betrüger war der glitzernden Spielerstadt erlegen: Blick auf einen Ausschnitt Las Vegas'.
Der deutsche Betrüger war der glitzernden Spielerstadt erlegen: Blick auf einen Ausschnitt Las Vegas'.

Eine Trunkenheitsfahrt in den USA ist einem mutmasslichen deutschen Millionenbetrüger zum Verhängnis geworden. Seit fast fünf Jahren war Ulrich E. auf der Flucht, nun führte ein bei einer Verkehrskontrolle genommener Fingerabdruck die US-Polizei auf die Spur des Mannes. Er soll in den Jahren 2003 und 2004 Investoren in Europa um über 100 Millionen Dollar geprellt haben.

Er hatte sich seit 2007 dem Zugriff der Behörden entzogen, nun wurde er festgenommen. Ein bereits im Februar 2011 im Raum Las Vegas genommener Fingerabdruck habe Ulrich E. auffliegen lassen, teilten die Behörden mit. Der Zusammenhang sei erst jetzt hergestellt worden.

E., der in den USA die Namen Joseph Miller und Joseph Walter benutzt habe, sei «sehr versiert im Verbergen seiner wahren Identität» gewesen, sagte der Polizeibeamte Bill Cassell. Die Auslieferung des 51-Jährigen an Deutschland werde vorbereitet. Zuvor prüfen die Behörden allerdings, ob auch in den USA etwas gegen den Verdächtigen vorliegt. «Wir ermitteln, ob Herr E. in kriminelle Aktivitäten in Las Vegas verwickelt war», sagte Cassell.

Der mutmassliche Betrüger soll mit einem Schneeballsystem zwischen Juni 2003 und Dezember 2004 über 3'500 Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz um mehr als 100 Millionen Dollar betrogen haben. Dafür bediente er sich der Firma Private Commercial Office mit Sitz im US-Staat Florida. Sobald das Geld in den USA angekommen war, verloren die Investoren den Zugriff auf die Mittel.

Mit Geld von Neuanlegern Altinvestoren gezahlt

Nach Erkenntnissen des baden-württembergischen Landeskriminalamts (LKA) aus dem Jahr 2007 warb das Unternehmen in Tageszeitungen und im Internet um Kapitalanleger. Dabei soll es monatliche Renditen zwischen vier und sechs Prozent versprochen haben. Laut LKA wurden den Anlegern Spekulationsgewinne aus Börsengeschäften vorgetäuscht. Tatsächlich soll es sich allerdings um ein reines Schneeballsystem gehandelt haben, bei dem ausgezahlte Zinsen und Vermittlerprovisionen mit den Geldern von Neuanlegern bezahlt wurden.

Im Dezember 2007 wurde gegen E. in Mannheim und Hamburg ein Haftbefehl wegen Betrugs ausgestellt. Auch Interpol suchte nach dem Deutschen. Die Verkehrskontrolle, die auf seine Spur führte, fand bereits am 11. Februar 2011 statt. Die Festnahme von E. sei «ein wichtiger Schritt», um der Gerechtigkeit in Deutschland Genüge zu tun, sagte der Direktor der US-Einwanderungs- und Zollbehörde, John Morton.

Das FBI und die örtliche Polizei stellten auch 1'000 Kunstwerke sicher, die E. in einer Lagerhalle ausserhalb von Las Vegas aufbewahrt hatte. FBI-Agent Patrick Turner sagte, mit den beschlagnahmten Vermögenswerten könnten die mutmasslichen Opfer von E. entschädigt werden.

dapd/rbi

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