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Getötete Schweizerin in Tunesien – Rettungskräfte liessen offenbar auf sich warten

Eine Schweizerin ist in Tunesien am Rande einer Demonstration tödlich von einer Kugel getroffen worden. Sie wollte heute zurück in die Schweiz fliegen. Der Bruder der Verstorbenen bereitet eine Klage vor.

Die schweizerisch-tunesische Doppelbürgerin habe sich gestern in der nordtunesischen Stadt Dar Chaaban in der Nähe einer Demonstration aufgehalten. Dort wurde sie von einer querschlagenden Kugel am Hals getroffen, wie das Westschweizer Radio RSR berichtet. Gemäss ihrem Bruder habe sie sich auf dem Balkon im zweiten Stock der Familienresidenz aufgehalten. Der Schütze sei offenbar ein Polizist gewesen. Die 67-jährige Frau sei noch vor Ort gestorben.

Der Bruder habe vergeblich versucht, die Rettungskräfte zu alarmieren, um seine Schwester ins Spital zu bringen, sagte er dem Radio RSR. Schliesslich habe er die Leiche selbst ins Spital bringen müssen. Seinen Angaben zufolge wurden in Dar Chaaban «innert einer Stunde» drei Personen getötet, darunter ein elfjähriges Kind.

Gemeinsam mit dem Ehemann des Opfers – einem Schweizer – will der Bruder Klagen gegen die tunesischen Sicherheitskräfte einreichen.

Das Opfer wollte heute eigentlich in die Schweiz zurückzukehren. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigt den Tod der Frau.

Dutzende Menschen getötet

Seit mehreren Wochen wird Tunesien von gewaltsamen Protesten gegen die hohe Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen erschüttert. Die Proteste nahmen in der Stadt Sidi Bou Said ihren Anfang. Dort hatte am 17. Dezember ein junger Mann versucht, sich aus Protest selbst zu verbrennen. Er starb später an seinen Verletzungen.

Nach Angaben der Regierung kamen bei den Protesten insgesamt 23 Menschen ums Leben. Dabei schoss die Polizei auf Demonstranten, die Gebäude in Brand setzten und Steine auf Sicherheitskräfte warfen. Gewerkschaften und Augenzeugen haben erklärt, die Zahl der Opfer liege bei mindestens 46.

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