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Girouds Privatdetektiv gab Dokumente an Journalistin weiter

Doppeltes Spiel: Der von Weinhändler Dominique Giroud beauftragte Privatdetektiv hat einer Journalistin vertrauliche Dokumente zugespielt. Laut Anwältin wollte er damit einen Maulwurf ausfindig machen.

Gegen den Weinhändler laufen Steuerverfahren: Firmengebäude Girouds in Sion. (18. Juni 2014)
Gegen den Weinhändler laufen Steuerverfahren: Firmengebäude Girouds in Sion. (18. Juni 2014)
Aline Staub, Keystone

Nach der überraschenden Verhaftung des Walliser Weinhändlers und drei weiteren Personen am vergangenen Mittwoch kommt es in der Affäre Giroud zu neuen Enthüllungen. Der von Dominique Giroud beauftragte Privatdetektiv gab vertrauliche Dokumente an einen RTS-Journalisten weiter.

Der Privatdetektiv habe ein doppeltes Spiel gespielt, um Dominique Giroud zu helfen und nicht um ihn zu schädigen, sagte seine Anwältin Saskia Ditisheim. Sie bestätigte damit einen Bericht der Westschweizer Zeitung «Le Temps».

Verdacht auf Hackerangriffe

Mit den weitergegebenen Dokumenten hoffte der Privatdetektiv seinerseits, Informationen zu erhalten, um den Maulwurf bei Giroud ausfindig zu machen, wie Ditisheim festhielt. Sie machte keine weiteren Angaben zur laufenden Untersuchung.

Vor einer Woche liess die Genfer Staatsanwalt Dominique Giroud und drei weitere Personen verhaften. Sie werden verdächtigt, Hacker-Angriffe auf Computer von mindestens zwei Journalisten der «Le Temps» und des Westschweizer Radio und Fernsehen «RTS» ausgeführt zu haben.

Neben dem bekannten Weinhändler handelt es sich um einen professionellen Hacker, einen Privatdetektiv und einen Angestellten des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB). Der NDB-Mitarbeiter wurde inzwischen freigestellt.

Konfrontationseinvernahme

Die Genfer Justiz ordnete für die vier Männer Untersuchungshaft an, weil sie angesichts der Vorwürfe ein Risiko für geheime Absprachen sah. Die Versionen der Inhaftierten zur Affäre sollen weit auseinandergehen.

Am Donnerstag werden sie von der Staatsanwaltschaft erstmals in einer Konfrontationseinvernahme befragt. Die Affäre Giroud sorgt in der Westschweiz seit Monaten für Aufsehen. Gegen den Weinhändler laufen Steuerverfahren. Die Waadtländer Staatsanwaltschaft ermittelt zudem wegen Betrugs, Warenfälschung und Urkundenfälschung.

SDA/mw

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