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Gleitschirmpilot hängt drei Stunden in Hochspannungsleitung

Nach einer mehrstündigen Rettungsaktion konnte ein Gleitschirmflieger bei Séprais JU aus seiner misslichen Situation befreit werden.

Musste aus der Luft befreit werden: Gleitschirmpilot und sein Retter hängen in einer Hochspannungsleitung. (5. Juli 2015) Bild: Rega
Musste aus der Luft befreit werden: Gleitschirmpilot und sein Retter hängen in einer Hochspannungsleitung. (5. Juli 2015) Bild: Rega

Im Kanton Jura hat die Rega einen Gleitschirmpiloten aus einer heiklen Situation befreit. So schildert sie die Rettung:

Ein Gleitschirmpilot aus dem Kanton Jura wurde kurz nach dem Start vom zunehmenden Wind in eine Hochspannungsleitung in der Nähe von Séprais JU getrieben. Sein Schirm verfing sich in der obersten Leitung, ca. 50 Meter über Boden. Geistesgegenwärtig konnte der Pilot noch seinen Gleitschirm einmal um die Leitung wickeln.

Glück im Unglück: Der vom Wind aufgeblasene Notschirm, der auf der einen Seite der Leitung herunterhing, verhinderte einen Absturz des 26-jährigen Piloten, der sozusagen als Gegengewicht auf der anderen Seite im Gleitschirmsitz hing. Mit seinem Mobiltelefon konnte er gegen 15.30 Uhr die Polizei alarmieren, die daraufhin die Rega, die Sanität und die Feuerwehr aufbot sowie die Abschaltung des Stroms veranlasste, wie der Rega-Mediendienst mitteilte.

Letzte Möglichkeit

Vor Ort entschied die Rega-Crew der Einsatzbasis Lausanne zusammen mit den zusätzlich alarmierten Rettungsspezialisten des SAC sowie einem Experten der zuständigen Elektrizitätswerke, dass ein Abseilen eines Retters entlang der Leitung aufgrund der geringen Tragfähigkeit derselben nicht möglich war.

Als letzte Möglichkeit blieb der Versuch, einen Retter aus dem über der Leitung schwebenden Helikopter mittels Rettungswinde zum Verunglückten hinunterzulassen. Aufgrund des Abwindes des Helikopters versucht man ein direktes Schweben über einem verunglückten Gleitschirmpiloten im Normalfall zu vermeiden, da der Abwind den Schirm weiter aufblasen und so zum Absturz führen könnte.

(Video: Youtube/Regatv)

Losschneiden im Schwebeflug Um die direkte Rettung mittels Rettungswinde zu ermöglichen, flog der Rega-Pilot darauf die vier Rettungsspezialisten des SAC zum nächsten, höhergelegenen Strommasten. Von dort konnten sie Sicherungsmaterial und ein Funkgerät zum Gleitschirmpiloten abseilen, damit dieser sich selber an der Leitung sichern und mit den Rettern kommunizieren konnte.

Schliesslich konnte ein SAC Rettungsspezialist mittels Rettungswinde zum Verunglückten hinuntergelassen werden. Während dem 10-minütigen Schwebeflug konnte dieser unterhalb des Helikopters hängend den Gleitschirmpiloten mit einem Messer vom Schirm trennen. Der Pilot konnte dann um ca. 18.45 Uhr die beiden unverletzt auf dem Boden absetzen. Rega-Pilot Jacques-André Dévaud: «Das war eine aussergewöhnliche Rettung, die nur dank der ausgezeichneten Zusammenarbeit aller Beteiligten zu einem glücklichen Ende führte.»

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