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Gonzalo bringt drei Stauseen zum Überlaufen

Ein Unwetter sorgt in Griechenland und Bulgarien für Chaos. Pässe und ein Hafen wurden geschlossen.

Unter Wasser: Ein Parkplatz in Athen. (24. Oktober 2014)
Unter Wasser: Ein Parkplatz in Athen. (24. Oktober 2014)
Kostas Mpaltas, AFP

Der Tiefenausläufer Gonzalo hat in Südosteuropa für Chaos gesorgt. In weiten Teilen Griechenlands kam es zu Überschwemmungen, und in Bulgarien liess der ungewöhnlich frühe Wintereinbruch Zehntausende Menschen ohne Strom.

Im Raum Burgas am Schwarzen Meer liefen drei Stauseen über, Dutzende Menschen wurden in Sicherheit gebracht, wie der Bürgermeister berichtete. Die bulgarischen Behörden riefen in Burgas sowie in Gabrowo im Balkangebirge den Notstand aus. Für fünf Regionen im Südwesten Bulgariens galt wegen gefährlicher Wetterbedingungen die höchste Alarmstufe Rot.

Schneestürme behinderten in vielen Landesteilen den Verkehr auf den Hauptstrassen, und die wichtigsten Gebirgspässe wurden geschlossen. Der Schwarzmeerhafen Warna stellte den Betrieb ein.

Überschwemmungen in Griechenland

In weiten Teilen Griechenlands führten die schweren Regenfälle zu Überschwemmungen. Besonders betroffen war die Region Attika, in der auch die Hauptstadt Athen liegt, wie der nationale Wetterdienst mitteilte. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor.

Über die Gemeinde Acharnes in Attika wurde am Samstag der Ausnahmezustand verhängt. Im Stadtzentrum gab es schwere Beschädigungen. Mehrere Familien mussten ihre Häuser verlassen und anderweitig unterkommen.

In Attika rückte die Feuerwehr zu mehr als 850 Einsätzen aus. Zuglinien waren unterbrochen, zahlreiche Schiffe im Hafen von Piräus liefen vorerst nicht mehr aus. Auch in der zweitgrössten Stadt Thessaloniki gab es Zwischenfälle durch starke Winde. Bäume und Strommasten stürzten um, etwa 300 Autos wurden in den Wassermassen weggespült. Zeitweise fiel der Strom aus. Auch viele Inseln waren betroffen, insbesondere Rhodos im Süden.

«Es war, als würde das Meer die Stadt überfluten», sagte der Bürgermeister der nahe Athen gelegenen Stadt Peristeri, Andreas Pachatouridis, der Nachrichtenagentur Ana. Der Leiter der Zivilschutzbehörde, Seraphim Tsokas, stellte eine Schadensliste bis Montagabend in Aussicht.

Vorwürfe gegen Regierung

Griechenlands konservativer Ministerpräsident Antonis Samaras versprach den von Schäden betroffenen Menschen Entschädigungen. Bei einem Besuch in einer Feuerwehrkaserne im Norden Athens sprach er sich dafür aus, Vorsichtsmassnahmen gegen die in der Region immer wieder auftretenden Überschwemmungen zu ergreifen.

Die oppositionelle Linksallianz Syriza warf Samaras vor, in Erwartung vorgezogener Parlamentswahlen das Unglück der Menschen zu politischen Zwecken ausnutzen zu wollen. Die Kommunistische Partei (KKE) kritisierte das «Gerede über extreme Klimabedingungen». Damit wollten die Verantwortlichen lediglich darüber hinwegtäuschen, dass sie jahrelang nicht unternommen hätten, um für derartige Naturkatastrophen gewappnet zu sein.

Der Norden Griechenlands wurde überdies am Samstag von einem Erdbeben der Stärke 5,2 erschüttert. Wie die nationale Erdbebenwarte mitteilte, lag das Epizentrum 20 Kilometer von der Stadt Arta entfernt. Angaben über Opfer oder grössere Schäden wurden zunächst nicht gemacht.

SDA/mw

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