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Grenchen: Verteidiger fordert 12 bis 16 Jahre Gefängnis für Guido S.

Im Prozess um die Schenkkreis-Morde von Grenchen fordert der Verteidiger des 27-jährigen Angeklagten eine Haftstrafe von 12 bis 16 Jahren. Dies ist deutlich weniger als der Staatsanwalt verlangt hatte.

Habe einen teuren Lebensstil geführt: Der ehemalige Spitzensportler Patric S. (13. November 2014)
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Keystone
Die zwei anderen Angeklagten im Dreifachmord von Grenchen nannten sie «General»: Gerichtszeichnung der angeklagten R. S. während des Prozesses in Solothurn. (30. April 2012)
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Keystone
Diese Werbedokumentation zeigt, wie ein Schenkkreis funktioniert. Wer es vom äussersten Kreis – durch Anwerbung neuer Mitglieder – bis in die Mitte schafft, wird angeblich 120'000 Franken geschenkt bekommen.
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Isabel Mäder
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Der 27-jährige Guido S. habe «im Windschatten des Terminators» gestanden, sagte Verteidiger Bruno Steiner in seinem über dreistündigen Plädoyer vor dem Amtsgericht Solothurn-Lebern. Für seinen Mandanten forderte er deshalb eine Freiheitsstrafe von 12 bis 16 Jahren.

Mit «Terminator» meinte er Patric S., den 35-jährigen ehemaligen Spitzensportler. Der Verteidiger kritisierte das psychiatrische Gutachten über seinen Klienten erneut stark. Es sei unverständlich, weshalb der Alkoholkonsum seines Klienten nicht untersucht worden sei.

Guido S. soll deutlich geringere Strafe als die Mitangeklagten erhalten

Der 27-Jährige habe zur Tatzeit mutmasslich 2 bis 2,5 Promille Alkohol im Blut gehabt. Zudem habe er anderthalb Tage vor dem Tötungsdelikt am 5. Juni 2009 nur eine bis zwei Stunden geschlafen. Das psychiatrische Gutachten überzeuge «in keiner Art und Weise», sagte Steiner. Es mangle an allem - unter anderem an Sorgfalt und psychologischer Tiefenschärfe. Weiter sei es ungeheuerlich, dass der Gutachter auf lediglich zwei Zeilen die Voraussetzungen für eine Verwahrung als gegeben bezeichnet habe.

Der Verteidiger hatte den psychiatrischen Gutachter bereits vergangene Woche als «befangen» bezeichnet und ein Obergutachten gefordert. Von der Anklage wies er einzig strafbare Vorbereitungshandlungen zu Raub und Mord zurück. Mehrfacher Mord und qualifizierter Raub seien unbestritten. Der 27-Jährige müsse jedoch eine deutlich geringere Strafe erhalten als die beiden anderen Angeklagten.

Staatsanwalt fordert lebenslängliche Freiheitsstrafe

Beim so genannten Schenkkreis-Mord von Grenchen wurde eine dreiköpfige Familie getötet. Ein 60-jähriger Mann wurde erschossen, seine 55-jährige Ehefrau sowie die 35-jährige Tochter wurden erstickt. Der Guido S. hat den Mord an der Tochter gestanden.

Der zweite Angeklagte, der 35-jährige Patric S. gibt zu, das Ehepaar umgebracht zu haben. Staatsanwalt Jan Gutzwiller hielt sein Plädoyer bereits am vergangenen Mittwoch. Er forderte für alle drei Angeklagten eine lebenslängliche Freiheitsstrafe.

Urteil erst in zweieinhalb Wochen?

Der Prozess war bis am Montag unterbrochen worden, da die Verteidiger mehr Zeit für die Vorbereitung ihrer Plädoyers gefordert hatten. Am Montagnachmittag hält der Verteidiger des ehemaligen Spitzensportlers Patric S. sein Plädoyer. Morgen Dienstag ist der Verteidiger der 51-jährigen Mitangeklagten Ruth S. an der Reihe.

Amtsgerichtspräsident François Scheidegger äusserte am Montag Zweifel, ob das Urteil wie geplant am 11. Mai eröffnet wird. Möglicherweise werde das Gericht das Ersatzdatum am 25. Mai nutzen.

SDA/heb

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