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Missbrauchsskandal in Illinois grösser als angenommen

Im US-Bundesstaat Illinois ist es zu einem schweren Missbrauchsfall gekommen. Die Staatsanwältin spricht von Hunderten Tätern.

Der Erzbischof von Illinois bedauert den Fall, wehrt sich aber gegen die Vorwürfe, die Fälle nicht gründlich untersucht zu haben: Blase Cupich in Chicago. (18. November 2014)
Der Erzbischof von Illinois bedauert den Fall, wehrt sich aber gegen die Vorwürfe, die Fälle nicht gründlich untersucht zu haben: Blase Cupich in Chicago. (18. November 2014)
Charles Rex Arbogast/AP, Keystone

Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche in den USA nimmt immer grössere Ausmasse an. Allein im Bundesstaat Illinois sollen sich fast 700 katholische Geistliche an Kindern vergangen haben, wie die Staatsanwältin Lisa Madigan am Mittwoch bekannt gab.

Die katholische Kirche selbst hatte die Zahl der Priester und anderen Geistlichen in dem Bundesstaat, gegen die glaubhafte Missbrauchsvorwürfe vorliegen, mit 185 angegeben. Madigan hatte im August eine Untersuchung in Auftrag gegeben, nachdem die Kirche in dem nördlichen Bundesstaat einen Bericht vorgelegt hatte. Darin listete die Diözese 185 Geistliche auf, denen schwerwiegende Vorwürfe gemacht wurden. Laut Madigan wurden bei den Ermittlungen aber Anschuldigungen gegen mindestens 500 weitere Geistliche zutage gefördert. Damit stieg die Zahl auf rund 690.

In ihrem Zwischenbericht kritisierte Madigan, die Kirche habe die Vorwürfe nicht gründlich genug untersucht. In den «meisten Fällen» seien keine angemessenen Untersuchungen erfolgt oder Untersuchungen gar nicht erst eingeleitet worden. Auch sei die Justiz nicht eingeschaltet worden. Die katholische Kirche könne nicht «selbst Polizei» sein.

«Unvorstellbares Leid»

Kardinal Blase Cupich, Erzbischof von Chicago, «bedauerte zutiefst» in einer auf der Website der Diözese veröffentlichten Erklärung das Versäumnis der Kirche, angemessen zu reagieren. Die Opfer hätten «unvorstellbares Leid» erfahren.

Zugleich verwies er darauf, dass die meisten Fälle Jahrzehnte zurück lägen und sein Vorgänger 1991 «strenge» Regelungen zum Schutz von Minderjährigen erlassen habe. Die katholische Kirche in den USA ist in den vergangenen Jahren von einer Reihe von Missbrauchsfällen erschüttert worden. Immer wieder wurden die Vergehen der Priester vertuscht.

(afp/sda)

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