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Grubenunglück in Neuseeland: Rettungsaktion verzögert sich

Nach einer Explosion in der grössten und modernsten Kohlegrube Neuseelands werden bis zu 30 Bergleute vermisst. Die Behörden rechnen mit noch mehr Überlebenden.

Der Unglücksort: Die Rettungsarbeiten bei der Kohlegrube von Pike River laufen auf Hochtouren.

Nach einer noch ungeklärten Explosion in einem neuseeländischen Kohlebergwerk werden 29 Bergleute vermisst. Die Suche nach den in der Mine Pike River Coal Eingeschlossenen verzögerte sich am Samstag, da weitere Gasexplosionen befürchtet wurden. Angaben, wonach der Beginn des Rettungseinsatzes unmittelbar bevorstand, widersprach die Polizei mit dem Hinweis, dass die Gasmessungen noch nicht abgeschlossen seien.

Der Chef der Rettungstrupps, Polizeikommandeur Gary Knowles sagte, die Lage sei noch nicht sicher. Solange nicht alle Gasmessungen abgeschlossen seien, könne der Rettungseinsatz nicht beginnen. Knowles widersprach damit dem Chef des Bezirks Grey, Tony Kokshoorn. Dieser hatte zuvor den «unverzüglichen» Beginn der Rettungsarbeiten angekündigt und sich optimistisch gezeigt. Nach der Explosion am Freitag hatten sich die Rettungsarbeiten verzögert, da nach einem Stromausfall auch das Belüftungssystem, das die Luft in der Mine austauscht, streikte und daher weitere Gasexplosionen befürchtet wurden.

Widersprüchliche Angaben über die Zahl der Vermissten

Auch zur Zahl der Vermissten gab es stundenlang widersprüchliche Angaben. Erst war von 27 oder 36 Eingeschlossenen die Rede. Später gab der Chef der Unglücksmine, Peter Whittall, die Zahl der Eingeschlossenen mit 29 an. Die Verwirrung sei darauf zurückzuführen, dass Kumpel einer früheren Schicht das Minengelände ohne ihre Namensschilder verlassen hätten und deshalb nach dem Unglück weiter unter Tage vermutet worden seien. Zwei Kumpel konnten selbst aus der Mine retten. Die Vermissten wurden in rund 120 Metern Tiefe vermutet.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei ereignete sich die Explosion in dem Bergwerk an der Westküste der Südinsel gegen 16.00 Uhr (04.00 Uhr MEZ), eine Stunde nach Beginn der Spätschicht. Was zu der schweren Explosion geführt hatte, war zunächst unklar. Die beiden Überlebenden würden derzeit behandelt und zu dem Vorfall befragt, sagte Whittall dem Sender TV3. Sie berichteten demnach, dass noch drei weitere Kumpel versucht hätten, nach oben zu gelangen. Doch bis zum Einbruch der Dunkelheit erreichte niemand mehr den Ausgang.

Bergwerk erst seit einem Jahr in Betrieb

Bergbauminister Gerry Brownlee zufolge wird die Regierung keine Kosten und Mühen scheuen, um die Vermissten zu bergen. «Wichtigstes Ziel ist es, die Leute lebend herauszubekommen.» Den Angehörigen sprach Brownlee sein Mitgefühl aus. Australiens Premierministerin Julia Gillard bot Neuseeland Hilfe an.

Die Pike River Mine mitten im unwegsamen Kohlerevier von Neuseeland betreibt als eine der wenigen Steinkohleabbau unter Tage. Der Zugang zur Mine erfolgt über einen 2,4 Kilometer langen Tunnel, an dem zehn Jahre lang gebaut wurde. Das Bergwerk ging erst im vergangenen Jahr in Betrieb, Brownlee lobte seine «solide Bauweise». Dagegen berichtete die Internetseite des Medienkonzerns Fairfax Media, dass sich der Beginn der Kohleförderung wegen einer Reihe von Problemen verzögert - unter anderem, weil ein Luftschacht eingebrochen war.

Minenunglücke sind in Neuseeland eher selten. Bei der bisher schwersten Schlagwetter-Katastrophe im Jahr 1896 starben 65 Kumpel.

SDA/jak

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