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«Habt ihr das Ende der letzten Bin-Laden-Staffel genossen?

Der Tod des Al-Qaida-Chefs hat nicht nur die Nachrichtensendungen dominiert, sondern auch die Late-Night-Shows im US-Fernsehen. Dabei kristallisierte sich auch Obamas neuer Wahlspruch heraus.

Ein gern gesehener Gast: Barack Obama bei seinem Besuch bei David Letterman im September 2009.
Ein gern gesehener Gast: Barack Obama bei seinem Besuch bei David Letterman im September 2009.

«Sie scheinen alle bei bester Laune zu sein», begrüsste Talk-Show-Legende David Letterman am Montag die Studiogäste seiner «Late Show» auf CNN mit einem breiten Grinsen auf den Lippen. «Habt ihr das Ende der letzten Staffel von Osama Bin Laden genossen?»

Jay Leno nahm in seiner «Tonight Show» gleich Bezug auf die Wirkung des Ereignisses für die US-Innenpolitik: «Es sieht so aus, als habe Präsident Obama einen neuen Wahlspruch: Yes I Did (Ja, ich habe es getan)». Auch Jimmy Fallon griff in seiner «Late Night»-Show den Bezug zur 2012 anstehenden Präsidentschaftswahl auf: «Bin Laden ist tot!», erklärte er. «Genauso wie die Chancen der Republikaner 2012». Jimmy Kimmel vom Sender ABC entdeckte: «Es ist das erste über Twitter gestreute Todes-Gerücht, das sich als wahr erwiesen hat.»

Craig Ferguson schmetterte in der CBS «Late Late Show» seine zum Markenzeichen gewordene Begrüssung «Es ist ein grossartiger Tag für Amerika!», mit besonders viel Enthusiasmus in die Kamera. Jon Stewart war bei seinem Auftritt in seiner «The Daily Show» nicht weniger erregt. «Ich nehme an, ich sollte eine gewisse Ambivalenz über die gezielte Tötung eines anderen menschlichen Wesens an den Tag legen. Andererseits ...hmmm, nein!» Vielmehr verlangte er mehr Details. Wie etwa sei Bin Ladens Gesichtsausdruck gewesen, als er festgestellt habe, dass «die Hubschrauber über ihm nicht wegen Verkehrs- oder Wettermeldungen da sind?»

Mangel an Details liess viel Raum für Spekulationen

Letterman stellte Mutmassungen über die letzten Worte des Al-Qaida-Chefs an. Vielleicht: «Ich bin mir nicht sicher, ob ich in einer Welt, in der 'Fast and Furious Five' der erfolgreichste Film ist, noch leben will» oder «Ein Haus voller Seals kann ich so gut gebrauchen, wie ein Loch im Kopf.»

Viele der Witze drehen sich um die Rolle der Navy-Spezialeinheit. «Als er davon gehört hat, wurde der frühere Präsident Bush wütend und sagte: 'Einen Moment mal - ich hätte auch Robben (seals) einsetzen können?!», berichtete der Comedian Conan O'Brian.

Auch Letterman äusserte seine Bewunderung für die Soldaten: «Sie springen aus dem Hubschrauber, brechen in das Gelände ein und feuern einen Warnschuss direkt in seinen Kopf.» Die gute Nachricht aber sei, «Bin Laden hat lange genug gelebt, um die königliche Hochzeit zu sehen». Letterman beschäftigte sich auch mit der Frage, was bin Laden im Leben nach dem Tod erwarten werde und hatte auch gleich eine Antwort parat: Durch einen Fehler in der Verwaltung erwarten ihn 72 Veganer (vegans) statt der versprochenen 72 Jungfrauen (virgins).

Tod Bin Ladens macht andere Defizite vergessen

Im Internet wurde Obama oft als Superheld dargestellt. So machte ein Bild die Runde, auf dem ein entschlossener US-Präsident zu sehen ist. Der Begleittext sagt: «Beruhigt euch alle. Ich hab's im Griff!» Auf einem anderen Bild ist ein lächelnder Obama mit Anzug und Sonnenbrille dargestellt. Im Text erklärt er: «Es tut mir leid, dass ich so lange gebraucht habe, um ihnen eine Kopie meiner Geburtsurkunde zu zeigen. Ich war einfach zu sehr mit der Jagd auf Osama Bin Laden beschäftigt.»

Eines der am weitesten verbreiteten Zitate stammte allerdings von einem sehr viel älteren Satiriker: «Ich habe nie einem Menschen den Tod gewünscht. Aber ich habe manchen Nachruf mit grossem Vergnügen gelesen. (Mark Twain)»

Frazier Moore / dapd/jak

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